Daten-Roaming-Preise sinken

Im Februar senkte Sunrise sie Roamingpreise, wenig später präsentierte auch Orange neue Optionen. Und nun geht’s per 1. April auch bei der Swisscom nochmals runter. Erfreulich: Das Surfen in den Ferien in Europa wird einigermassen erschwinglich. Noch nicht billig, aber im Vergleich zu früher wenigstens nicht mehr ruinös.

Ich habe ein paar Rechenbeispiele gemacht. Der Wenignutzer bezieht 100 oder 200 MB. Der Vielnutzer 1 GB. Und so viel zahlt er pro Anbieter für die Länder Europas:

Swisscom 100 MB= 18 Fr.,  200 MB= 24 Fr.,  1GB=79 Fr.

Orange 100 MB= 20 Fr. (keine separate 100 MB Option),  200 MB= 20 Fr.,  1GB=100 Fr.

Sunrise 100 MB=14.90 Fr., 200 MB=29.80 Fr., 1 GB=98 Fr.

Macht man die gleiche Rechnung zum Beispiel für die USA, sieht es aber schon wieder ganz anders aus. Vor allem Sunrise hat für diese Länder noch keine akzeptablen Preise

Swisscom 100 MB=24 Fr.,  200 MB= 33 Fr.,  1GB=99 Fr.

Orange 100 MB= 100 Fr. (keine separate 100 MB Option),  200 MB= 100 Fr.,  1GB=500 Fr.

Sunrise 100 MB=398 Fr., 200 MB=796 Fr., 1 GB=3980 Fr.

Sunrise sagt dazu, man habe als erstes den Fokus auf Partner in Europa gerichtet. Man arbeite aber daran, die Tarife auch in anderen Regionen erschwinglich zu machen.

Nachtrag: Bei den Berechnungen wurde 1000 MB= 1GB angenommen, im Wissen darum, dass dies nicht genau stimmt. Die Anbieter, zumindest Orange, handhaben das aber so.

Swisscom lanciert Natel entry

Die Swisscom unterscheidet bei ihren Infinity-Abos bekanntlich nur Geschwindigkeit. Weil ansonsten alles inklusive ist, sind die Abos relativ teuer – zu teuer für Gelegenheitsnutzer. Das scheint die Swisscom auch zu merken und lanciert nun auf den 2. September Natel entry basic und plus für Gelegenheitsnutzer. Erfreulich: Kunden dieser Angebote können von der vollen Geschwindigkeit profitieren, bei einem LTE-fähigen Gerät also von Geschwindigkeiten bis maximal 150 mbit/s (in der Praxis sind es weniger). Inbegriffen sind alle SMS in der Schweiz und ins Ausland sowie 30 Gesprächsminuten in alle Netze. Bei Basic beträgt das Inklusivdatenvolumen 100 MB, bei plus 500 MB, der Preis liegt bei 33 respektive 44 Franken. Dies ist klar weniger als das günstigste Infinity-Abo, bei dem die Geschwindigkeit nur gerade 0.2 Mbit/s beträgt.

Die Swisscom zielt mit diesem Angebot gegen Orange und Sunrise. Bei Orange kostet ein Orange Me-Abo mit unlimitierten SMS, 60 Inklusivminuten und 1 GB Inklusiv-Datenvolumen 45 Franken. Wer ohne Inklusvminuten auskommt zahlt 30 Franken. Bei Sunrise kostet Now Start 29 Franken. Inklusive sind ebenfalls alle SMS, 50 Gesprächsminuten und 250 MB Datenvolumen. Wie beim Swisscom entry-Angebot gibt es hier keine Geschwindigkeitsbegrenzung.

Wegen der Unterschiede in den Details bleibt der Vergleich aber  weiter schwierig. Sunrise Now Start ist am günstigsten, dafür gibts bei Orange deutlich mehr Datenvolumen. Zudem gibt’s bei Orange und Sunrise nochmals Rabatt beim Verzicht auf ein Gerät – bei der Swisscom nicht. Dagegen kann die Swisscom wohl bei Einigen mit der hohen Abdeckung punkten. Zudem erhalten Abokunden mit begrenzten Volumen ab 9. September zusätzlich 1 GB Datenvolumen zur Nutzung in den öffentlichen WLAN-Netzen der Swisscom.

Internetnutzung entscheidend für den Abopreis

Nach Sunrise hat nun auch Orange die Abopalette überarbeitet. Was Orange hervorhebt: Anders als bei Swisscom profitieren alle Kunden unabhängig vom Abo von LTE, also schnellster Internetgeschwindigkeit. Allerdings nicht unlimitiert, wie dies Sunrise anpreist. Bei Orange zahlt man noch immer nach Datenvolumen.

Was bei fast allen Anbietern gleich ist: Für SMS zahlt man meist nicht mehr extra. Die Unterschiede werden beim Surfen gemacht. Ich möchte für Euch eine Übersicht zusammenstellen, die zeigt,  wo bei welchen Abos (ohne Prepaid-Angebote) die Grenzen liegen  bezüglich Geschwindigkeit und Datenvolumen .

Swisscom:

  • Infinity XS: Geschwindigkeit bis 0,2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 59.-/ Monat
  • Infinity S: Geschwindigkeit bis 1Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 75.- /Monat
  • Infinity M: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 99.-/ Monat
  • Infinity L: Geschwindigkeit bis 21 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 129.-/Monat
  • Infinity XL: Geschwindigkeit bis 150 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 169.-/Monat
  • Natel liberty primo: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde *  250 MB * 29.- /Monat
  • Natel liberty medio: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde * 500 MB* 45.-/Monat

Sunrise:

  • Sunrise Now Start: Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 250 MB * 29.-/Monat
  • Sunrise Now Classic: Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 500 MB * 69.-/Monat
  • Sunrise Now Relax: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt, Drosselung ab 1 GB pro Tag * 89.-/ Monat
  • Sunrise Now Max: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt, Drosselung ab 1 GB pro Tag* 129.- /Monat
  • Sunrise Flex/Flat: Geschwindigkeiten bis zu 21 Mbit/Sekunde * Datenvolumen je nach Abo
  • Sunrise24: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 300 MB pro Tag, danach Drosselung der Geschwindigkeit * 49.-/Monat
  • Alle älteren Sunrise-Abo: Geschwindigkeit gedrosselt, ohne genaue Angabe, ca 7.2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen je nach Abo

Orange

Orange hat ein Baukastensystem. Der Kunde wählt, wie viel Inklusivminuten oder Datenvolumen er braucht. Hier ein paar Preisbeispiele

  • Orange Me Unlimited SMS und Surf 1: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 1 GB, danach 10 Rappen / MB * 30.-/ Monat
  • Orange Me Swiss 60 und Surf 3: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 3 GB, danach 10 Rappen/MB * 65.-/Monat
  • Orange Me Unlimited Swiss und Surf 10: Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 10 GB, danach 10 Rappen/MB* /120.-/Monat

Fazit: Jeder Anbieter macht’s ein bisschen anders: Bei Swisscom wird die Geschwindigkeit je nach Abo beschränkt, bei Sunrise das Datenvolumen oder es wird gedrosselt und bei Orange muss zusätzliches Datenvolumen bezahlt werden.

Sunrise mit neuem Mobil-Portfolio NOW

Erneut verändert Sunrise die Abogestaltung. Ab 26. Mai ist Sunrise NOW erhältlich. Das Prinzip: SMS sind bei allen Abos unlimitiert, Anrufe ab der Variante classic und Daten ab der Variante relax. Der Unterschied zu den Infinity-Abos der Swisscom: Die Surfgeschwindigkeit wird auch bei günstigen Abos nicht reduziert – dafür ist der Datenverbrauch beschränkt. (siehe Grafik)

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Sunrise setzt also auf High Speed. Wenn ab Juni 2013 LTE kommt, sollen alle Kunden von der vollen Geschwindigkeit profitieren können. Lobenswert. Nützt aber erst jenen Kunden etwas, die ein Abo für mindestens 89 Franken wählen. Mit den Datenpaketen 250 MB und 500 MB kommt man mit LTE nicht weit. Bei den anderen Abos ist die Nutzung mit der Datenflatrate auf 5 GB pro Monat bzw 1 GB pro Tag beschränkt. Für all jene, die bis 31.12.13  ein neues Abo abschliessen, gibt es jedoch ein Zürckerchen. Die Geschwindigkeitsbeschränkung pro Monat (nicht aber pro Tag!) entfällt bei den Angeboten relax und max.  Die Aktion gilt diesmal sowohl für Neukunden als auch für bestehende Sunrise-Kunden, die auf Sunrise NOW wechseln. Ein Wechsel ist möglich (aber nicht zwingend), wenn die Grundgebühr des neuen NOW-Abos höher ist als die des bisherigen. Ein Downgrade ist dagegen nicht vorgesehen.

Die Abos sind etwas günstiger ohne subventioniertes Smartphone. Darüber hinaus betet Sunrise Optionen wie Enternainement (Music Flatrate oder Fernsehen unterwegs), Roaming, Handyversicherung oder Multicard.

Nun zum direkten Vergleich mit der Konkurrentin Swisscom. Das günstigste Swisscom Infinity-Abo XS gibt es für 59 Franken. Alles ist inklusive, die Geschwindigkeit aber auf läppische  0,2 Mbit/Sekunde gedrosselt. Das vergleichbare classic von Sunrise für 69 Franken hat wohl keine Geschwindigkeitsbeschränkung, aber es sind nur 500 MB Daten inklusive und jedes weitere MB kostet 10 Rappen. Der Nutzer muss entscheiden, welche Einschränkung er eher hinnehmen will.

Infinity M der Swisscom (99 Franken) lässt Geschwindigkeiten bis 7.2 Mbit/Sekunde zu. Bei Relax von Sunrise für 89 Franken ist auch alles inklusive, aber ohne Drosselung. Hier kann Sunrise tatsächlich punkten, vor allem wenn man als Neukunde das Einführungsangebot bucht, das „ein Leben Lang unlimitiert surfen mit 4G LTE“ verspricht. Der Durchschnittsnutzer surft zwar bei Sunrise nur wenig günstiger, aber zumindest theoretisch schneller.

Auch beim teuersten Abo ist Sunrise günstiger. Das Infinity XL ohne Geschwindigkeitseinschränkung kostet 169 Franken. Inklusive sind zudem alle Auslandanrufe sowie 200 Minuten/200 SMS und 200 MB im Ausland. (Roaming). Das vergleichbare Sunrise Abo max kostet 129 Franken. Anrufe ins Ausland sind ebenfalls dabei, dazu kommen 100 Minuten/100 SMS und 100 MB im Ausland – also etwas weniger. Es wird jedoch noch eine Weile dauern, bis die Sunrise ein ebenso weites LTE-Netz hat wie die Swisscom und High Speed tatsächlich auf breiter Front erhätlich ist.

Fazit: Preislich sind die Angebote von Sunrise vor allem für Vielnutzer konkurrenzfähig. Ich begrüsse den Ansatz, dass auch die Nutzer der mittelteuren Abos vollen Speed erhalten. Doch wie bei Sunrise üblich, gibt es einige Einschränkungen. So sind etwa die Anrufe in Fremdnetze auf 3000 Minuten limitiert. Es gilt, das Kleingedruckte genau zu lesen, bevor man sich allenfalls für einen Wechsel entscheidet.

Swisscom: Kein SIM-only-Angebot

Wie im letzten Post erwähnt bewerben Orange und Sunrise derzeit recht attraktive Angebote für Neukunden, die KEIN subventioniertes Smartphone brauchen. Eine gute Sache, denn viele kommen mit ihrem älteren Gerät noch gut über die Runden und sparen gerne bei den Abogebühren. Da tauchte die Frage auf, ob die Swisscom diese Möglichkeit ebenfalls bietet. Im Rahmen eines Artikels sagte mir die Medienstelle im letzten Herbst, man schaue das im Einzelfall an, es sei aber eigentlich nicht vorgesehen. Nun hat sich ein Nutzer konkret nach einem Angebot erkundigt, doch die Swisscom wollte nicht einlenken. Wer bei der Swisscom ein Abo ohne Gerät abschliesst, spart keinen Franken. Weshalb die Swisscom ihren Kunden nicht entgegen kommt, ist mir schleierhaft. Schliesslich jammern die Telco-Anbieter oft darüber, dass die Kunden in der Schweiz subventionierte Geräte erwarten und dass dies die Abos verteure. Die Swisscom sagte gegenüber SRF, als man versucht habe, die subventionierten Geräte abzuschaffen, seien Kunden abgewandert. Nun, liebe Swisscom, ich schlage vor, ihr lässt dem Kunden die Wahl.

Übrigens: Die Swisscom unterscheidet zwischen Neu- und Bestandeskunden. Bestandeskunden erhalten, wenn sie ihr Abo ohne Handy verlängern, immerhin im „Sinne eines Treuebonus“ zusätzliche Einheiten, also SMS oder Telefonie-Stunden. Dies gilt jedoch nicht für Infinity-Kunden.

Digital TV im Vergleich

Ich habe für saldo einen Artikel zum Thema Digital TV geschrieben. In letzter Zeit hat sich in der Schweiz diesbezüglich ja viel getan. Aus Platzgründen wurde der Artikel leider kürzer als erhofft. Hier poste ich nun die ausführlichere Version.

Digital-TV ist günstiger geworden. Aber gratis sind die Angebote nicht – auch wenn die Werbung das verspricht. saldo sagt, wann welche Kosten anfallen.

 Swisscom und Cablecom verlangen seit ein paar Monaten für ihr digitales TV-Grundangebot keine Abokosten mehr. Ab 21. April zieht auch Sunrise nach. Das Grundangebot umfasst jeweils 50 bis 60 Fernsehsender, einige davon in hochauflösender Qualität (HD, siehe Tabelle).

Das heisst aber nicht, dass man gratis fernsehen kann. Kostenpflichtig ist mindestens der Anschluss ans jeweilige Netz. Das Grundangebot ist bei Cablecom am günstigsten: Jedes TV-Gerät mit integriertem DVB-C-Empfänger lässt sich direkt mit einem Antennenkabel anschliessen. Digitale Signale sind so sofort und ohne zusätzliche Box empfangbar. Cablecom verlangt für den Anschluss pro Jahr Fr. 340.80 (Fr. 28.40 pro Monat). In diesem Preis ist neben digitalem TV auch ein Internetanschluss mit einer Bandbreite von 2000 kbit pro Sekunde enthalten.

Sunrise: Digital-TV nur kombiniert mit Festnetz und Internet erhältlich

Bei Swisscom und Sunrise braucht es fürs das Grundangebot neben einem Telefonanschluss ein kostenpflichtiges Internetabo. Swisscom verlangt dafür pro Jahr Fr. 712.20 oder Fr. 59.35 pro Monat, Sunrise mindestens 660 Franken pro Jahr (55 Franken pro Monat). Sunrise-TV-Kunden, die zusätzlich ein Handy-Abo mit mindestens 45 Franken Grundgebühr haben, erhalten 15 Franken Rabatt. Das Angebot muss bei  beiden Anbietern aktiv bestellt werden. Anders als bei der Cablecom benötigt der Nutzer  eine Box, um die digitalen Sender empfangen zu können. Bei Sunrise fällt einmalig eine Aufschaltgebühr von CHF 149.– an.

Die Anbieter decken jeweils nicht alle Haushalte ab, Cablecom erreicht mit dem TV-Angebot nach eigenen Angaben  rund 70 Prozent der Schweizer Haushalte, Swisscom und Sunrise über 90 Prozent. Sunrise nutzt für das TV-Angebot grösstenteils das Swisscom-Netz. Weitere kleinere Anbieter von Digital-TV auf dem Schweizer Markt sind Green, TalkEasy sowie verschiedene Kabelnetzbetreiber (Übersicht: http://www.quickline.com).

Wer sich für das  Grundangebot entscheidet, kann jedoch von vielen  Vorteilen des digitalen Fernsehens nicht profitieren. Die  Zusatzfunktionen wie Sendungen stoppen (Live Pause), später anschauen (Replay TV) oder aufnehmen sind nicht enthalten. Ebenso wenig Filme oder Sendungen auf Abruf. Diese Funktionen erhalten die Kunden erst bei teureren Abos.  Die Fülle der Angebote ist gross: Die Swisscom bietet mit Kombiangeboten elf Abovarianten, die Cablecom gar zwölf, bei Sunrise sind es drei. Im saldo-Vergleich berücksichtigt sind neben dem Grundangebot das jeweils günstigste Abo mit Zusatzfunktionen sowie das Komplettangebot mit allen verfügbaren Funktionen.

Bei den Abos mit Zusatzfunktionen haben die Anbieter die Prioritäten unterschiedlich gesetzt: Bei Cablecom sind in der günstigsten Variante Aufnahmen möglich, dafür aber nur 70 Sender enthalten. Bei Swisscom TV erhalten die Kunden deutlich mehr Sender. Zudem können sie für 70 Sender Replay TV  nutzen. Als einzige bietet Swisscom zudem Sport auf Abruf.  Aufnahmen sind dagegen bei diesem Angebot nicht möglich.

Sunrise hat kein preislich vergleichbares Abo. Bei Sunrise gibt es Digital TV ausschliesslich in Kombination mit Festnetz und Internet.  Dafür bietet Sunrise das günstigste Komplettpaket mit allen Funktionen und die grösste Senderauswahl.

Während digitales Fernsehen bei Cablecom über das Kabelnetz verbreitet wird, übertragen Swisscom und Sunrise das Signal über das Internet (ip-TV).  Das hat Folgen. TV-Zuschauer und Internetsurfer im gleichen Haushalt müssen sich die Bandbreite teilen. Das Fernsehen hat dabei Priorität. Das bedeutet, dass das gleichzeitige Surfen  eingeschränkt sein kann. Spürbar ist dies, wenn die Bandbreite nicht ausreichend ist.  Entscheidend ist nicht, welches Internetabo man zahlt, sondern welche Geschwindigkeit am eigenen Wohnort maximal möglich ist.

Ist die Bandbreite sehr gering, ist das Fernseherlebnis gestört. Nutzer berichten, dass in diesem Fall HD-Sender nicht verfügbar sind oder es nicht möglich ist, neben einer Aufnahme HD-Sender anzuschauen. Die Cablecom ist hier im Vorteil: Ihr Netz hat eine wesentlich höhere Kapazität als  die Netze von Swisscom und Sunrise. Deshalb ist es möglich, unbegrenzt viele Fernseher zu nutzen und pro Box bis zu vier Aufnahmen gleichzeitig auszuführen. Hier vermag die Konkurrenz nicht ganz mitzuhalten. Bei der Swisscom sind maximal drei Boxen und drei  gleichzeitige Aufnahmen pro Box möglich. Bei Sunrise gibt es gar keine Zusatzboxen und es können höchstens zwei Sendungen aufgezeichnet werden.

Bei allen Angeboten klagen Kunden über Bildausfälle

Bezüglich Bedienung der Box haben Swisscom und Sunrise die Nase vorn. Eine nicht repräsentative Kundenumfrage zeigt, dass die Plattformen als benutzerfreundlich und logisch empfunden werden. Anders bei der neuen Horizon-Box der Cablecom. Sie braucht oft mehr Schritte, um zum Ziel zu kommen, weil  die Kunden weniger Funktionen direkt über die Fernbedienung anwählen können als bei der Konkurrenz. Suchfunktion oder On Demand werden als unübersichtlich empfunden. Bei allen Anbietern berichten Kunden von gelegentlichen Bildausfällen. Dafür machen die Anbieter die Hausinstallation verantwortlich. Am zufriedensten mit dem Gesamtpaket waren in der Umfrage die Swisscom-TV-Kunden.

Andreas Toscan ist Betreiber des Internetforums digi-tv.ch und kennt den Schweizer Digital-TV-Markt gut. Er teilt die Nutzerbeobachtungen: “ SwisscomTV punktet sowohl beim Angebot mit Live-Sport und Replay-TV als auch bei der Qualität ist darum im Schweizer Markt führend.“

Tabelle

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Erste Erfahrungen mit Swisscom-LTE

Seit dem 29.11. ist das Swisscom LTE-Netz verfügbar. Ich konnte nun erste Erfahrungen sammeln, die ich mit Euch teilen möchte.

Das Fazit vorweg: LTE ist, wenn man denn ein Netz hat und eine hohe Geschwindigkeit erreicht, eine tolle Sache – aber es profitieren nur ganz wenige und es ist extrem teuer.

Meine Tests habe ich mit einem HTC One XL mit dem Swisscom Abo Infinity XL durchgeführt. Dieses Abo ist das einzige in der Schweiz, das es derzeit überhaupt erlaubt, die möglichen Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/Sekunde zu erreichen.

Wer es gewohnt ist, im 3G-Netz zu surfen, macht mit LTE ganz neue Surferfahrungen. Zwar habe ich nie irgendwo 100 Mbit/Sekunde erreicht, doch zumindest in der näheren Umgebung meines Wohnortes (Winterthur, etwas erhöht) teilweise 40 bis 50 Mbit/Sekunde. Seiten laden spürbar schneller, Downloads sind sofort abgeschlossen, wirklich toll. Allerdings gab es gleicherorts  auch Zeiten, wo nur gerade 2 Mbit/Sekunde möglich waren und das Surfen im 3G Netz gar zügiger ging.

Denn je mehr Leute sich an einem Ort befinden, desto langsamer surft man. Die Geschwindigkeiten werden unter den Nutzern aufgeteilt. An belebten Plätzen kann man deshalb von schnellen Geschwindigkeiten nur träumen. Und auch die Abdeckung ist selbst an den 26 Orten mit LTE noch keinesfalls lückenlos. In der Stadt Winterthur gab es zwar LTE beim Bahnhof oder an der Technikumstrasse, in der Marktgasse (Einkaufsstrasse) jedoch nicht. Gemessen habe ich im 4G-Netz imWinterthurer Zentrum kaum je mehr als 3 Mbit/Sekunde. Andere Nutzer berichten, dass zum Beispiel  in Zürich weder am Klusplatz noch im Stadelhofen noch im Hauptbahnhof oder im Kreis 5 LTE-Empfang verfügbar war.

Was aber ebenso wichtig ist: Das Gerät. Ein Infinity XL-Abo bringt überhaupt nichts, wenn man nicht über ein 4G-fähiges Gerät verfügt. Und davon gibt es erst ganz wenige. Zum Beispiel eben das HTC One XL, das Lumia 920 und bald noch die Samsung-Geräte Galaxy SIII 4G (nicht die früher erhältichen Geräte) und Note II 4G. Nutzt man das Infinity XL mit einem älteren Gerät, etwa dem auch noch nicht soooo alten Samsung Galaxy SIII ohne 4G oder dem iPhone5, sind kaum mehr als 7 Mbit/Sekunde erreichbar. Egal wo. Deshalb: Ohne entsprechendes Gerät nützen die teuren Infinity XL-Abos nichts. Bestimmt gibt es aber zahlreiche Leute, die ein solches Abo gerade wegen der höheren Geschwindigkeit zahlen und es mit einem älteren Gerät nutzen. Ihnen kann ich nur raten ein schnelleres Gerät zu besorgen oder ein anderes Abo zu nehmen (ausser man entscheidet sich für XL aufgrund der inbegriffenen Auslandleistungen).

Das Angebot von Swisscom Infinity XL mit entsprechendem Gerät hat mich grundsätzlich überzeugt – zumindest wenn man gerade an einem Ort ist, wo der Empfang stimmt. Der Preis leider nicht. 169 Franken sind viel zu viel. Vor allem für Leute wie mich, die  unterwegs vor allem Surfen, deren Telefon- und SMS-Kosten jedoch lediglich ein paar Franken pro Monat ausmachen. Deshalb: Ich hoffe, dass die Swisscom mal ein günstigeres Abo mit vollem Speed, aber ohne weitere Inklusivleistungen bringt.