Swisscom Natel Data Premium: bei einigen Kunden zu langsam

Der Telecom-Experte Xavier Studer des Senders TSR hat eine interessante Entdeckung gemacht, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Die Swisscom führt seit November ein Produkt namens Natel data premium. Es handelt sich um ein Angebot für mobiles Surfen mit dem Notebook. Attraktiv dabei: Versprochen werden traumhafte Übertragungsraten: Bis max 21.6 Mbit/s (Download) und bis
5.8 Mbit/s (Upload). Dafür zahlt der Kunde 85 Franken pro Monat.

In einer Testserie hat Studer jedoch herausgefunden, dass die versprochenen Geschwindigkeiten bei weitem nicht erreicht wurden. Sein Nachfragen bei der Swisscom zeigte: Studer war kein Einzelfall. Offenbar sind laut Swisscom „einige Dutzend Kunden“ mit einem Natel data premium-Abo unterwegs, das nich korrekt aktiviert wurde. Entsprechend sind nur Übertragungsraten von 7.2 Mbit/s bzw 1 Mbit/s möglich.

Die Swisscom verspricht zwar, die betroffenen Kunden zu kontaktieren und ihnen die bereits bezahlten Abo-Beträge gutzuschreiben. Ich würde jedoch allen Natel data premium-Abonnenten empfehlen, selbst zu überprüfen, ob sie die versprochene Geschwindigkeit erreichen und sich sonst bei der Swisscom zu melden.

Tablet-PC: Datenvolumen des Handyabos nutzen (Multi-SIM)

Ich habe bereits einmal über die Möglichkeit geschrieben, Tablet-PC’s wie das iPad mit einer Zusatzkarte zu einem bestehenden Datenabo zu nutzen.

Seither hat sich aber einiges getan, schliesslich kommen immer weitere Tablets auf den Markt und im Hinblick auf Weihnachten dürfte sich der eine oder andere die Frage stellen, ob sich die Anschaffung eines solchen Gerätes lohnt beziehungsweise wie hoch die monatlichen Zusatzkosten sind.

Nun, wenn man bereits ein Handy-Datenabo besitzt, kann man die Zusatzkosten in Grenzen halten. Zwar offerieren alle Anbieter spezielle Tablet-Tarife. Doch es gibt eine günstigere, kaum beworbene Möglichkeit: Eine zweite SIM-Karte mit der gleichen Nummer (Multi-SIM). Alle Anbieter kennen diese Option, und zwar sowohl für herkömmliche SIM-Karten als auch fürMicro-SIM-Karten (iPhone/iPad). Das Datenvolumen kann dann geteilt werden, das heisst, sowohl das Handy als auch der Tablet PC können darauf zugreifen. Dies lohnt sich insbesondere, wenn man sein Daten-Guthaben nie aufbraucht oder unbeschränktes Datenvolumen zur Verfügung hat.

Bei Swisscom und Orange hat man jedoch mit der Einschränkung zu leben, dass sich die Geräte nicht gleichzeitig nutzen lassen.  Dies ist kein Problem bei Tablets mit Telefonfunktion wie dem Samsung Galaxy Tab. Doch beim iPad ohne Telefon-Funktion bedeutet dies, dass man nicht erreichbar ist, während man den iPad nutzt.

Raffinierter erscheint mir da die Sunrise-Lösung. Die Datenoption ist  jeweils auf allen (bis zu fünf) Karten aktiv, man kann jedoch nur mit einem der Geräte telefonieren.

Die Kosten für die Zusatz-SIM-Karten sind deutlich tiefer als die speziellen Tablet-Tarife. So kostet eine zusätzliche SIM-Karte einmalig 40 Franken. Dazu kommen pro Monat

–          5 Franken bei Sunrise für das Angebot Multicard

–          9 Franken bei Orange für das Angebot Twin Card

–          10 Franken bei  Swisscom für das Angebot Zusatzkarte

Immer mehr Surf-Angebote für Prepaid-Nutzer

Wer das Handy auch zum Surfen nutzen will, hat bislang meist ein Abo lösen müssen. Doch es gibt inzwischen immer mehr Prepaid-Angebote, die auch mobiles Surfen mit dem Handy ermöglichen. Hier eine Übersicht der Angebote für gelegentliche Nutzung:

  • Sunrise Go: Option Surf, Fr. 7.50 pro Monat für 250 MB, darüber Fr. –.10/ MB
  • Coop Mobile: Internet Datenoption, Fr. 9.90 pro Monat für 100 MB, darüber Fr. –.20/MB oder Fr. 2.- pro Nutzungstag

Bei der Swisscom gibt es noch ein grösseres  Natel Easy Datenpaket für Prepaid-Kunden mit 2 GB für 30 Tage. Es kostet 39 Franken. Leider noch kein Surfangebot gibt es für MBudget Mobile Prepaid-Kunden.

Ich habe den Eindruck, dass viele durchschnittliche Nutzer mit einem Prepaid-Angebot einiges günstiger fahren als mit so genannten Surf-Abos – zumindest dann, wenn sie nicht auf ein verbilligtes Handy angewiesen sind. Umso mehr als dass auch die Minutentarife für’s Telefonieren bei den meisten Prepaid-Angeboten in letzter Zeit eher gesunken sind.

Mobiles Surfen mit Tagespauschale: Auch bei Swisscom ohne Grundgebühr

Sunrise hat mit der Aktion Take Away Basic ohne Grundgebühr offenbar Erfolg gehabt, die Aktion wurde jedenfalls bis vorerst 30. September  verlängert. Wer sich jetzt für Take Away Basic entscheidet, zahlt ein Leben lang keine Grundgebühr mehr, sondern nur noch 3.50 Franken pro Nutzungstag. Der Swisscom blieb nun nichts anderes übrig als nachzuziehen. Auch Natel data day gibt es derzeit ohne Grundgebühr. Trotzdem ist das Angebot weniger attraktiv als jenes von Sunrise. Der Nutzungstag kostet 4.50 Franken und die Grundgebühr entfällt nur für ein Jahr. Bei Orange gibt es ein Angebot ohne Grundgebühr (Everywhere Prepay), bei dem der Nutzungstag mit 5 Franken zu Buche schlägt und eines mit Grundgebühr von 10 Franken (Everywhere Day), bei dem der Nutzungstag 3.50 Franken kostet.

Fazit: Sunrise behält die Nase vorn – zumindest so lange die Aktion andauert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Sunrise in einem nächsten Schritt die Grundgebühr ganz abschafft.

Take Away basic libero – Abo ohne Grundgebühr

Da es inzwischen einige mobile Internet-Prepaid-Angebote gibt, haben wir kürzlich unser Take Away basic (10 Franken pro Monat, 3.50 Franken pro Nutzungstag) gekündigt. Doch nun folgte eine Überraschung: Sunrise schrieb uns an, wir könnten die SIM-Card weiternutzen und dabei von Take Away basic libero profitieren. Dieses Angebot gibt es offiziell auf der Homepage nirgends. Es funktioniert wie Take Away basic, aber die Grundgebühr entfällt.

Da ist jeder blöd, der sein gewöhnliches Take Away-Abo weiterlaufen lässt. 120 Franken pro Jahr umsonst.

Auf der Homepage wird zwar gegenwärtig eine Online-Aktion angepriesen, bei der einem die Grundgebühren für Take Away basic bei einem Abschluss bis 31. März auch für ein Jahr geschenkt werden. Aber ob sie auch für bisherige Kunden gilt, geht daraus nicht hervor.

Mein Tipp: Wer für Take Away basic noch eine Grundgebühr zahlt, soll sich doch mal an Sunrise wenden. Ich möchte wetten, dass sich, zumindest bei abgelaufenem Vertrag, stets eine Lösung ohne Grundgebühr finden lässt.

Sunrise lanciert Surfabos

Nur wenige Tage nach der neuen Surf-Option lanciert Sunrise auch gleich neue Surfabos fürs Handy. Die Abos orientieren sich an den bisherigen Flat-Angeboten von Sunrise.

Ein Beispiel: Sunrise Flat Classic kostete bisher monatlich 30 Franken ohne Gratis-Handy und 50 Franken mit Handy. Inklusive sind Anrufe ins Sunrise-Mobile- und ins Schweizer Festnetz. Das neue Angebot heisst nun Sunrise flat classic surf.  Die Monatsgebühr ist 10 Franken höher, dafür sind 1 GB/Monat inklusive. Wer häufig surft, fährt mit dem neuen Abo deutlich besser als mit der Surfoption. Der Nachteil ist jedoch, dass die höheren Kosten immer anfallen, also auch dann, wenn man nicht mit dem Handy surft.

Bestehende Kunden können laut Sunrise ab dem 25. März auf die Surfabos wechseln, wenn sie wollen. Sie können aber auch beim bisherigen Angebot bleiben und weiter die Datenoptionen nutzen.

Sunrise will mit den Angeboten dem Boom bei den Smartphones gerecht werden. Der Bedarf an Datenverkehr sei mit den mobilen Internetanwendungen stark angestiegen.

Übrigens: Auch die Swisscom hat Surfabos. Natel liberty Grande kostet 55 Franken und bietet ebenfalls 1 GB/Monat inklusive.  Die Monatsgebühr ist 5 Franken tiefer als beim entsprechenden Sunrise-Angebot, dafür sind Anrufe ins eigene Netz und das Festnetz nicht inbegriffen. Sie kosten 50 Rappen pro Stunde. Auch Anrufe in Fremdnetze sind teurer.

Bei Orange lässt sich zu fast jedem Abo gegen einen Aufpreis von 14 Franken auf der Grundgebühr die Option Surf dazu buchen, die 1GB/Monat bietet. Derzeit offeriert Orange die Surf-Angebote währen der ersten sechs Monate zum halben Preis.

Mobiles Internet: Orange neu mit Prepay-Angebot

Orange erweitertdas  Internet Everywhere-Sortiment für den mobilen Internetzugang mit einem Prepay-Angebot.  Mit Internet Everywhere PrePay kann für pauschal fünf Franken pro Tag das Internet unlimitiert genutzt werden. Es fällt keine monatliche Grundgebühr an.

Vergleichen wir das Angebot kurz mit den Prepay-Angeboten von Sunrise und Swisscom:

Bei Sunrise Take Away Prepaid  kostet eine Surfstunde 3 Franken. Schon ab 2 Stunden Surfen pro Tag ist das Orange-Angebot also günstiger.

Beim Swisscom-Angebot Natel data easy  zahlt der Kunde nach Datenverbrauch, es fallen 1 Franken pro Megabyite an. Die Obergrenze liegt bei 7.50 Franken pro Tag.

Dies zeigt: Die Antwort nach dem günstigsten Anbieter lässt sich nicht so einfach beantworten. Will ich jeweils nur ganz kurz meine Emails checken, ist Swisscom am günstigsten. Möchte  ich dagegen jeweils den ganzen Tag online bleiben, ist das Orange-Angebot klar das beste.  Wenig überzeugend das Zwischending von Sunrise. Zu teuer für ganz kurze Online-Sessions, aber eben auch unvorteilhaft  für lange.

Ich gehe davon aus, dass jene Nutzer, die sich für ein Prepaid-Angebot beim mobilen Surfen entscheiden, in der Regel anderweitig auf das Internet zugreifen. Sie nutzen das mobile Internet in den Ferien oder wenn sie länger unterwegs sind.  Für diese Nutzer erscheint mir das Orange-Angebot am attraktivsten, weil sie gleichentags so oft aufs Netz zugreifen können, wie sie wollen. Es gibt weder zeitliche Einschränkungen noch Limiten beim Datenvolumen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die anderen Anbieter ihr Angebot nun nachbessern.