Swisscom mit den besten Speed-Werten

Seit Mitte Mai habe ich in Zusammenarbeit mit der Firma cnlab und den LeserInnen der Zeitschrift saldo Messungen durchgeführt, die zeigen sollen, welche Surfgeschwindigkeiten man bei welchem Anbieter erreicht.

Wie wir wissen ist ein solcher Vergleich nicht ohne Tücken, da die Swisscom im Gegensatz zu Orange und teils auch Sunrise nach Geschwindigkeit und nicht nach Datenvolumen unterscheidet. Bei der Swisscom wurde deshalb jedes Abo einzeln ausgewertet. Erkenntnis: Bei den von LeserInnen durchgeführten Messungen (rund 70 000) sind die teuren Abos der Swisscom tatsächlich deutlich schneller. Infinity XL erreichte durchschnittlich 24.7 Mbit/s , L 10.6 Mbit/, M noch 5.4 Mbit/s. Zum Vergleich: Orange erreichte für alle Abos im Schnitt 12.9 Mbit/s, Sunrise 6.3 Mbit/s. Die Infinity Abos S und XS erreichen Werte im Rahmen ihrer Begrenzungen (1 Mbit/s und 0.2 Mbit/s).

Allerdings sind diese Durchschnittsmessungen nur bedingt repräsentativ, da die schnellsten 20 Prozent der Messungen doppelt so hohe Datenraten erreichen wie der Durchschnitt. Eine weitere Auswertung zeigt deshalb, welche Datenraten bei 80 Prozent der Mesungen überschritten wurden. Und diese Zahlen sind etwas ernüchternd. Infinity XL erreicht noch 5.7 Mbit/, L noch 3 Mbit/s und M noch 2 Mbit/s. Orange-Kunden massen in vier von fünf Fällen Datenraten von 1.6 Mbit/s, Sunrise-Kunden von 0.7 Mbit/s.

Wieder anders präsentieren sich die Resultate, wenn man nur mit den besten Abos und 4G-fähigen Geräten misst. Während der Tour de Suisse (Radrennen) wurden Serienmessungen durchgeführt. Dabei erreichte Swisscom mit dem Infinity XL-Abo 14.8 Mbit/s, Sunrise mit einem Now-Abo und Orange mit Orange Me je 3.7 Mbit/s. In den Städten mit gutem LTE-Ausbau (konkret Winterthur und Zürich) waren die Werte von Sunrise und Orange an einzelnen Standorten auch höher als jene der Swisscom.

Doch über alles gesehen liegt die Swisscom klar vorne. Bleibt nur die Frage, ob man bereit ist, für gute Geschwindigkeit so viel zu bezahlen. Wir haben dazu eine Übersicht zusammengestellt die zeigt, schnell muss nicht unbedingt teuer sein. Aber dann ist meist das Datenvolumen begrenzt. Vielleicht hilft Euch die Tabelle, das für Euch beste Abo zu finden.

speedtest_saldo

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Weitere Infos zum Test gibt es auf der saldo– (kostenpflichtig) und der cnlab-Website.

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Alles inklusive bei Infinity – aber Unterschiede bei Geschwindigkeit

Nun präsentiert auch die Swisscom neue Handyabos. Das Gute vorweg: Die idiotischen Stundentarife gehören der Vergangenheit an ebenso die unterschiedlichen Kosten für eigene und fremde Netze.

Unter dem Namen infinity (Hinweis zum Link, für Übersicht nach unten scrollen) sind 5 Varianten erhältlich, von XS (59 Franken) bis XL (169 Franken). Der Ansatz der Swisscom ist neu. Anders als etwa bei Sunrise wird es nicht teurer, je mehr Inklusivleistung man beansprucht. Der Preis für Leistungen in der Schweiz hängt nur noch von der Geschwindigkeit ab. Alle Abos enthalten unlimitierte SMS und unlimitierte Anrufe in alle Schweizer Netze, sogar infnity XS. Das grosse ABER: Daten sind zwar auch unlimitiert enthalten (keine Geschwindigkeitsreduktionen mehr), aber bei XS gilt ein Daten-Download von gerade mal 0.2 Mbit/s, Upload 0,1 Mbit/s. Dies sei gut, um Emails ohne Anhänge zu empfangen und zu versenden, heisst es im Produktebeschrieb. Faktisch ist dieses Abo für die Nutzung des mobilen Internets nicht geeignet.

Für 75 Franken (Inifity S) gibt es immerhin 1Mbit/s, 0.5 Mbit/s. Dies ist aber immer noch deutlich weniger, als Swisscom-Kunden heute haben. Ein gewöhnlicher Kunde surft laut Swisscom mit maximal 7,2 Mbit/s. Bei M bekommt man  für 99 Franken eben diese 7.2 Mbit/s, 1 Mbit/s und bei L gibt es für 129 Franken 21 Mbit/s, 2 Mbit/s. Infinity XL kostet 169 Franken und ab 2013  soll es Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/s, 10 Mbit/s geben, bis dahin 42 Mbit/s, 4 Mbit/s. Zu beachten ist, dass dies Höchstgeschwindigkeiten sind, die nicht überall erreicht werden. 42 Mbit/s soll es bislang an 500 Standorten geben.  LTE (100 Mbit/s) bietet die Swisscom ab 2013 vorerst in 12 Städen und sieben Tourismusregionen. Kommt hinzu, dass man LTE nur mit einem LTE-fähigen Gerät nutzen kann und davon gibt es noch nicht viele.

Ab dem Abo M sind zudem noch Auslandleistungen enthalten.

Mein Fazit: Die neuen Abos enthalten sehr viel, aber um richtig surfen zu können (Youtube, Musik Streaming) und den Status Quo zu halten, braucht man wohl mindestens das Abo M für 99 Franken pro Monat und das scheint mir nun doch schon wieder arg teuer. Vermutlich will man den Wegfall der Einnahmen von Internetdiensten wie Whatsapp so kompensieren. Doch Wenignutzer oder Leute, die vor allem Surfen wollen, werden sich mit den teuren Abos wohl nur bedingt anfreunden können. Bisherige Kunden können ihren alten Preisplan beibehalten, für Neukunden sind die älteren Abos nicht mehr offiziell erhältlich, aber laut Swisscom auf Anfrage noch verfügbar.

Vielnutzer dagegen können profitieren. Für 129 Franken (infinity L) erhalten Sie deutlich mehr als zum Beispiel bei Sunrise mit flat4 für 125 Franken. Dort wird nach 1 GB Datenverbrauch die Geschwindigkeit reduziert und Anrufe, SMS oder Internet im Ausland sind auch nicht enthalten.

Übrigens: Die Abos sind erst ab 25.6. erhältlich.