Sunrise lanciert LTE

Es ist so weit: Als letzter Anbieter schaltet nun Sunrise das LTE-Netz auf.

Sunrise fährt einen ähnlichen Kurs wie die Swisscom. Es sollen zwar alle Kunden von LTE profitieren, aber nicht alle  von der schnellst möglichen Geschwindigkeit. Nur die neu lancierten Sunrise-NOW Abos werden  Geschwindigkeiten bis 100 Mbit/Sekunde überhaupt erreichen. In der Info heisst es: „Bei dem Ende Mai eingeführten einfachen und kundenorientierten Tarifmodell Sunrise NOW steht den Kunden jeweils die höchste Geschwindigkeit sowohl auf 2G/3G (bis zu 42 MBit/s) als auch 4G/LTE (bis zu 100 MBit/s) zur Verfügung.“ Die Nachfrage ergibt: Sunrise Flat&Flex Kunden erhalten aktuell eine maximale Geschwindigkeit von 21 Mbit/s. Ältere Tarifpläne, wie Sunrise zero, profitieren laut Sunrise von der besseren Surf-Performance auf LTE im Rahmen ihrer bestehenden Geschwindigkeits- und Volumenkontingente. Eine genau Limite nannte Sunrise nicht. Dies hänge davon ab, wie viele Nutzer sich in der gleichen Zelle aufhalten würden. Eine Messung mit einem alten Zero50-Abo im LTE-Netz ergab eine Geschwindigkeit von 7.1 Mbit/Sekunde.

Die Swisscom macht dies ähnlich. Alle Abos, die nicht Infinity sind, erhalten zwar LTE, aber die Geschwindigkeit ist auf 7.2 Mbit/ Sekunde limitiert. Orange dagegen verspricht, alle Kunden würden unabhängig vom Abo von den höchst möglichen Geschwindigkeiten profitieren.

Übrigens deckt Sunrise bislang nach eigenen Angaben 26 Orte/Regionen ab, darunter die Städte Zürich, Winterthur, Luzern, Basel, Chur, Zug, Genf und Lausanne. Zumindest in Winterthur habe ich das LTE-Netz gefunden.

Internetnutzung entscheidend für den Abopreis

Nach Sunrise hat nun auch Orange die Abopalette überarbeitet. Was Orange hervorhebt: Anders als bei Swisscom profitieren alle Kunden unabhängig vom Abo von LTE, also schnellster Internetgeschwindigkeit. Allerdings nicht unlimitiert, wie dies Sunrise anpreist. Bei Orange zahlt man noch immer nach Datenvolumen.

Was bei fast allen Anbietern gleich ist: Für SMS zahlt man meist nicht mehr extra. Die Unterschiede werden beim Surfen gemacht. Ich möchte für Euch eine Übersicht zusammenstellen, die zeigt,  wo bei welchen Abos (ohne Prepaid-Angebote) die Grenzen liegen  bezüglich Geschwindigkeit und Datenvolumen .

Swisscom:

  • Infinity XS: Geschwindigkeit bis 0,2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 59.-/ Monat
  • Infinity S: Geschwindigkeit bis 1Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 75.- /Monat
  • Infinity M: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 99.-/ Monat
  • Infinity L: Geschwindigkeit bis 21 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 129.-/Monat
  • Infinity XL: Geschwindigkeit bis 150 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt * 169.-/Monat
  • Natel liberty primo: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde *  250 MB * 29.- /Monat
  • Natel liberty medio: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde * 500 MB* 45.-/Monat

Sunrise:

  • Sunrise Now Start: Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 250 MB * 29.-/Monat
  • Sunrise Now Classic: Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 500 MB * 69.-/Monat
  • Sunrise Now Relax: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt, Drosselung ab 1 GB pro Tag * 89.-/ Monat
  • Sunrise Now Max: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen unbeschränkt, Drosselung ab 1 GB pro Tag* 129.- /Monat
  • Sunrise Flex/Flat: Geschwindigkeiten bis zu 21 Mbit/Sekunde * Datenvolumen je nach Abo
  • Sunrise24: Geschwindigkeit bis 7.2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 300 MB pro Tag, danach Drosselung der Geschwindigkeit * 49.-/Monat
  • Alle älteren Sunrise-Abo: Geschwindigkeit gedrosselt, ohne genaue Angabe, ca 7.2 Mbit/Sekunde * Datenvolumen je nach Abo

Orange

Orange hat ein Baukastensystem. Der Kunde wählt, wie viel Inklusivminuten oder Datenvolumen er braucht. Hier ein paar Preisbeispiele

  • Orange Me Unlimited SMS und Surf 1: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 1 GB, danach 10 Rappen / MB * 30.-/ Monat
  • Orange Me Swiss 60 und Surf 3: Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 3 GB, danach 10 Rappen/MB * 65.-/Monat
  • Orange Me Unlimited Swiss und Surf 10: Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/Sekunde * Datenvolumen 10 GB, danach 10 Rappen/MB* /120.-/Monat

Fazit: Jeder Anbieter macht’s ein bisschen anders: Bei Swisscom wird die Geschwindigkeit je nach Abo beschränkt, bei Sunrise das Datenvolumen oder es wird gedrosselt und bei Orange muss zusätzliches Datenvolumen bezahlt werden.

Sunrise mit neuem Mobil-Portfolio NOW

Erneut verändert Sunrise die Abogestaltung. Ab 26. Mai ist Sunrise NOW erhältlich. Das Prinzip: SMS sind bei allen Abos unlimitiert, Anrufe ab der Variante classic und Daten ab der Variante relax. Der Unterschied zu den Infinity-Abos der Swisscom: Die Surfgeschwindigkeit wird auch bei günstigen Abos nicht reduziert – dafür ist der Datenverbrauch beschränkt. (siehe Grafik)

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Sunrise setzt also auf High Speed. Wenn ab Juni 2013 LTE kommt, sollen alle Kunden von der vollen Geschwindigkeit profitieren können. Lobenswert. Nützt aber erst jenen Kunden etwas, die ein Abo für mindestens 89 Franken wählen. Mit den Datenpaketen 250 MB und 500 MB kommt man mit LTE nicht weit. Bei den anderen Abos ist die Nutzung mit der Datenflatrate auf 5 GB pro Monat bzw 1 GB pro Tag beschränkt. Für all jene, die bis 31.12.13  ein neues Abo abschliessen, gibt es jedoch ein Zürckerchen. Die Geschwindigkeitsbeschränkung pro Monat (nicht aber pro Tag!) entfällt bei den Angeboten relax und max.  Die Aktion gilt diesmal sowohl für Neukunden als auch für bestehende Sunrise-Kunden, die auf Sunrise NOW wechseln. Ein Wechsel ist möglich (aber nicht zwingend), wenn die Grundgebühr des neuen NOW-Abos höher ist als die des bisherigen. Ein Downgrade ist dagegen nicht vorgesehen.

Die Abos sind etwas günstiger ohne subventioniertes Smartphone. Darüber hinaus betet Sunrise Optionen wie Enternainement (Music Flatrate oder Fernsehen unterwegs), Roaming, Handyversicherung oder Multicard.

Nun zum direkten Vergleich mit der Konkurrentin Swisscom. Das günstigste Swisscom Infinity-Abo XS gibt es für 59 Franken. Alles ist inklusive, die Geschwindigkeit aber auf läppische  0,2 Mbit/Sekunde gedrosselt. Das vergleichbare classic von Sunrise für 69 Franken hat wohl keine Geschwindigkeitsbeschränkung, aber es sind nur 500 MB Daten inklusive und jedes weitere MB kostet 10 Rappen. Der Nutzer muss entscheiden, welche Einschränkung er eher hinnehmen will.

Infinity M der Swisscom (99 Franken) lässt Geschwindigkeiten bis 7.2 Mbit/Sekunde zu. Bei Relax von Sunrise für 89 Franken ist auch alles inklusive, aber ohne Drosselung. Hier kann Sunrise tatsächlich punkten, vor allem wenn man als Neukunde das Einführungsangebot bucht, das „ein Leben Lang unlimitiert surfen mit 4G LTE“ verspricht. Der Durchschnittsnutzer surft zwar bei Sunrise nur wenig günstiger, aber zumindest theoretisch schneller.

Auch beim teuersten Abo ist Sunrise günstiger. Das Infinity XL ohne Geschwindigkeitseinschränkung kostet 169 Franken. Inklusive sind zudem alle Auslandanrufe sowie 200 Minuten/200 SMS und 200 MB im Ausland. (Roaming). Das vergleichbare Sunrise Abo max kostet 129 Franken. Anrufe ins Ausland sind ebenfalls dabei, dazu kommen 100 Minuten/100 SMS und 100 MB im Ausland – also etwas weniger. Es wird jedoch noch eine Weile dauern, bis die Sunrise ein ebenso weites LTE-Netz hat wie die Swisscom und High Speed tatsächlich auf breiter Front erhätlich ist.

Fazit: Preislich sind die Angebote von Sunrise vor allem für Vielnutzer konkurrenzfähig. Ich begrüsse den Ansatz, dass auch die Nutzer der mittelteuren Abos vollen Speed erhalten. Doch wie bei Sunrise üblich, gibt es einige Einschränkungen. So sind etwa die Anrufe in Fremdnetze auf 3000 Minuten limitiert. Es gilt, das Kleingedruckte genau zu lesen, bevor man sich allenfalls für einen Wechsel entscheidet.

Swisscom: Kein SIM-only-Angebot

Wie im letzten Post erwähnt bewerben Orange und Sunrise derzeit recht attraktive Angebote für Neukunden, die KEIN subventioniertes Smartphone brauchen. Eine gute Sache, denn viele kommen mit ihrem älteren Gerät noch gut über die Runden und sparen gerne bei den Abogebühren. Da tauchte die Frage auf, ob die Swisscom diese Möglichkeit ebenfalls bietet. Im Rahmen eines Artikels sagte mir die Medienstelle im letzten Herbst, man schaue das im Einzelfall an, es sei aber eigentlich nicht vorgesehen. Nun hat sich ein Nutzer konkret nach einem Angebot erkundigt, doch die Swisscom wollte nicht einlenken. Wer bei der Swisscom ein Abo ohne Gerät abschliesst, spart keinen Franken. Weshalb die Swisscom ihren Kunden nicht entgegen kommt, ist mir schleierhaft. Schliesslich jammern die Telco-Anbieter oft darüber, dass die Kunden in der Schweiz subventionierte Geräte erwarten und dass dies die Abos verteure. Die Swisscom sagte gegenüber SRF, als man versucht habe, die subventionierten Geräte abzuschaffen, seien Kunden abgewandert. Nun, liebe Swisscom, ich schlage vor, ihr lässt dem Kunden die Wahl.

Übrigens: Die Swisscom unterscheidet zwischen Neu- und Bestandeskunden. Bestandeskunden erhalten, wenn sie ihr Abo ohne Handy verlängern, immerhin im „Sinne eines Treuebonus“ zusätzliche Einheiten, also SMS oder Telefonie-Stunden. Dies gilt jedoch nicht für Infinity-Kunden.

Sunrise und Orange: Aktionen nur für Neu- und Fremdkunden

Sunrise wirbt derzeit intensiv um neue Kundinnen und Kunden. Die Angebote sind preislich sehr attraktive . Beispielsweise gerade aktuell Sunrise flat 1 sim only. Für 15 Franken gibt es eine Flat ins Sunrisenetz sowie unbeschränkte SMS und eine Datenflat.  Doch bestehende Sunrise-Kunden können von den Angeboten nicht profitieren. Selbst wenn ein Vertrag ausläuft und gekündigt wurde, gibt es das Angebot nicht: „Nur für Neukunden oder Kunden von Swisscom oder Orange“, heisst es bei der Hotline. Eine bestehende Sunrise-Nummer zu portieren sei nicht möglich.

Gleiches tat Sunrise schon bei der Vorstellung der Abos Sunrise24. Nachvollziehbar finde ich das nicht. Gerade die Bestandeskunden hatten ja bei Sunrise in letzter Zeit nicht allzu viel zu lachen (siehe hier). Und das Prozedere, zuerst zu einem anderen Anbieter zu wechseln (zum Beispiel Migros Budget Prepaid) und wieder zurück, nur um die Nummer zu behalten, finde ich doch ziemlich mühsam – mal abgesehen davon, dass dann doch immer auch Kosten anfallen.

Ergänzung: Gerade sehe ich: Orange hat ein fast identisches Angebot: OrangeMe SIM-only für 15 Franken, 30 Gesprächsminuten, unlimitierte SMS und 1 GB Datenvolumen. Und auch hier nur für Neukunden. Die Kritik gilt also nicht nur Sunrise. Immerhin: Da es das Angebot jetzt bei beiden fast identisch gibt, hat jeder die Chance ein Abo für 15 Franken abzuschliessen und seine Nummer zu behalten ;-).

Und noch was: Auf der Facebook-Seite von Sunrise beschwert sich ein Kunde, dass auch die Aktion „Wir schenken Dir ein Samsung Tablet bei Bestellung des Internet Everywhere Comfort-Angebots“ nicht für jene Kunden gilt, die bereits bei Sunrise sind. Ebenso wenig wie die 10 Franken Einführungsrabatt. Dies erfährt, wer das Kleingedruckte liest. Wen erstaunts, dass die Kunden dann zu einem anderen Anbieter wechseln.

Sunrise verärgert Kunden und Mitarbeiter

Im neusten saldo habe ich gemeinsam mit Mitarbeitern versucht zu ergründen, weshalb der Kundendienst bei Sunrise so schlecht ist.

Hier die etwas ausführlichere Version der Analyse:

Keine Firma sorgt derzeit für mehr Kundenklagen als der Telecomanbieter Sunrise. Die Mitarbeiter sind überzeugt: Es wird am falschen Ort gespart.

„Wir bekommen in letzter Zeit klar am meisten Anfragen zu Sunrise“, sagt Stephan Heiniger, Leiter der saldo und K-Tipp-Rechtsberatung. Trotzdem scheint es der Firma gut zu gehen. Sie kommunizierte kürzlich das beste operative Ergebnis in der Geschichte.

Doch die Verantwortlichen wissen, dass es bei der Kundenzufriedenheit harzt. So schrieben sie in einer internen Mitteilung kurz vor Bekanntgabe der Zahlen an die Mitarbeiter: „Wirklich enttäuschend sind die Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsumfrage.“ Und weiter:  „Unsere selbstgesetzten Ziele, insbesondere im Bereich der Kundenzufriedenheit, haben wir nicht erreicht.“ Das hat Folgen für die Mitarbeiter:  „Wir sind der
Meinung, dass wir nach einem solch schwierigen Jahr die Gesamtlohnsumme nicht
erhöhen können“, heisst es in einer internen Mitteilung. Weil die Unternehmensziele im Bereich Kundenzufriedenheit nicht erreicht wurden, gibt es zudem deutlich weniger Bonus als in den Vorjahren.  Laut dem Bonusplan erhalten festangestellte Mitarbeiter 5 bis maximal 20 Prozent ihres Jahreslohnes in Boni-Form.

Die Mitarbeiter sind verärgert. Denn sie sind der festen Überzeugung: Die Kundenzufriedenheit lässt sich unter den gegebenen Umständen nicht verbessern, egal wie stark die Mitarbeitenden sich bemühen. Denn Sunrise spart ihres Erachtens am falschen Ort.

Folgende Beispiele veranschaulichen, was die Mitarbeitenden meinen:

– Viele  Kundendienstleistungen werden nicht von Sunrise-Mitarbeitern erbracht, sondern von externen Partnern. Dabei werden laut Angaben von Sunrise rund 50 Prozent aller Hotline-Anrufe in der Schweiz bearbeitet, der Rest im Ausland. Gemäss Mitarbeitern stehen die externen Callcenter in Biel, Zürich, Rumänien, Deutschland und Österreich. Das Problem: Die externen Mitarbeiter im Ausland verstehen häufig kein Schweizerdeutsch und sind schelcht informiert. So bleiben viele Kunden nach Anrufen unbefriedigt zurück. Sunrise-Sprecher Tobias Kistner sagt zu diesen Vorwürfen, alle Agenten würden regelmässig geschult  und man erwarte von den Mitarbeitenden der Partner, dass sie Schweizerdeutsch verstehen. Trotzdem scheint auch Sunrise gemerkt zu haben, dass die Qualität leidet: „In Zukunft sollen standardisierte Anfragen von Partnern bearbeitet werden, während die eigenen Agenten komplexe beratungsintensive Anfragen lösen sollen“, so Kistner.

– Die internen Regeln, so genannte Business Rules, verunmöglichen oft eine
schnelle Abwicklung der Kundenanliegen. Der Support ist bei Sunrise so organisiert, dass Kunden immer zuerst mit so genannten „First-Level-Agenten“ verbunden werden. Seit Anfang 2012 dürfen sich diese First-Level-Agenten bei Unklarheiten im Gegensatz zu früher nicht mehr bei den Spezialisten im Haus melden. Erst wenn ein Kunde innert 14 Tagen mehr als einmal anruft, gelangt sein Anliegen an das so genannte Expertenteam. Das Expertenteam ist jedoch nach Aussagen Betroffener überlastet, was zu langen Wartezeiten führt. Die Kunden fragen bei der Hotline immer wieder nach, wie es in ihrem Fall steht. Doch den First-Level-Agenten sind die Hände gebunden. Selbst einfache Fälle dürfen sie nicht mehr selber bearbeiten, wenn der Fall einmal beim Expertenteam liegt.

Sunrise begründet das Vorgehen damit, dass Kunden mit komplexen Anliegen von ausgewiesenen Experten Hilfe erhalten sollen. Ganz glücklich scheint Sunrise mit dieser Lösung jedoch nicht: „In Zukunft werden Agenten während des Gesprächs mit dem Kunden wieder direkten telefonischen Rat von einem Experten einholen können“, sagt Sunrise-Sprecher Tobias Kistner.
-Den First-Level-Agenten fehlen Berechtigungen. Ruft zum Beispiel eine Person an, deren Abo gesperrt wurde, können die First-Level-Agenten wohl die Rechnung anschauen, nicht aber das Abo reaktivieren. Es ist ihnen auch nicht erlaubt, die Kunden auf ein günstigeres Abo wechseln zu lassen oder eine Bestellung zu annullieren. Es gibt kaum Spielraum, kulante Angebote zu machen. Kistner sagt dazu, First Level Agenten hätten genügend Berechtigungen, um 90 Prozent der Kundenanliegen direkt zu lösen.

-Zu schaffen macht den Mitarbeitern weiter die veraltete und langsame Infrastruktur. Gearbeitet wird auf unterschiedlichen Systemen, die untereinander nicht kompatibel sind. Sunrise bestätigt den Vorwurf indirekt. Man investiere fortlaufend in die Modernisierung der Infrastruktur, so Kistner.

– Wer sich schriftlich an Sunrise wendet, muss mit langen Wartezeiten rechnen – wenn er überhaupt Antwort bekommt.  Mitarbeiter vermuten, dass ein Teil der im  Oktober 2012 abgebauten Stellen das Team betraf, das sich mit schriftlichen Anfragen befasst. Denn dieses sei chronisch überlastet. Sunrise bestreitet dies. „Der Abbau erfolgte in allen Unternehmensbereichen, ausser im Kundendienst.“ Für die Kundendienst-Mitarbeiter war der Abbau trotzdem spürbar. Weil der interne IT-Support reduziert wurde, gab es bei Problemen längere Wartezeiten.

-Zu kämpfen haben die Mitarbeiter auch damit, dass sie gegenüber den Kunden immer wieder kundenunfreundliche Änderungen oder Neuerungen rechtfertigen müssen. Dazu gehören in jüngster Zeit:

* Die Einsparung für Kunden, die alle Produkte bei Sunrise beziehen, wurde bei Neuabschlüssen von 29 Franken auf 15 Franken pro Monat gesenkt

*Einführung der Kosten für Papierrechnung bei gleichzeitiger Streichung der Möglichkeit, die Rechnung alle 2 Monate zu erhalten

*Umstellung der Abrechnung auf Minutentakt

*Reduktion der Geschwindigkeit bei manchen Abos beim mobilen Internet, sobald mehr als 300 MB pro Tag verbraucht werden

*Junge Kunden (bis 26 Jahre) mit dem Abo MTV mobile next konnten nicht auf das neue Flatrate-Abo  MTV mobile maxx wechseln

Kommt hinzu, dass Sunrise gemäss Tests (connect) über das schlechteste Netz in der Schweiz verfügt. Sunrise besteht zudem noch immer auf den kundenunfreundlichen, sich selbst verlängernden Rollover-Verträgen. Ein weiteres Ärgernis ist, dass Sunrise sich zum Helfer von dubiosen Mehrwertdiensten macht, die kostenpflichtige SMS versenden. Sunrise besteht gegenüber Kunden in der Regel darauf, dass bestrittene Rechnungen bezahlt werden müssen.

Kein Wunder gelingt es den Mitarbeitern so  nicht, die Kundenzufriedenheit zu steigern. Gegen aussen sagt Sunrise stets, man investiere viel in den Kundendienst. Doch fragt man nach konkreten Zahlen, bleibt Sunrise wolkig. Das Budget für den Kundendienst umfasse einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.  Bei der Frage, was konkret umgesetzt wurde, verweist Sunrise auf den im Frühling 2012 lancierten Kundenbeirat. Zudem veranstalte man Qualitätsworkshops und führe Kundenbefragungen durch. Das tönt nicht nach tiefgreifenden
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Digital TV im Vergleich

Ich habe für saldo einen Artikel zum Thema Digital TV geschrieben. In letzter Zeit hat sich in der Schweiz diesbezüglich ja viel getan. Aus Platzgründen wurde der Artikel leider kürzer als erhofft. Hier poste ich nun die ausführlichere Version.

Digital-TV ist günstiger geworden. Aber gratis sind die Angebote nicht – auch wenn die Werbung das verspricht. saldo sagt, wann welche Kosten anfallen.

 Swisscom und Cablecom verlangen seit ein paar Monaten für ihr digitales TV-Grundangebot keine Abokosten mehr. Ab 21. April zieht auch Sunrise nach. Das Grundangebot umfasst jeweils 50 bis 60 Fernsehsender, einige davon in hochauflösender Qualität (HD, siehe Tabelle).

Das heisst aber nicht, dass man gratis fernsehen kann. Kostenpflichtig ist mindestens der Anschluss ans jeweilige Netz. Das Grundangebot ist bei Cablecom am günstigsten: Jedes TV-Gerät mit integriertem DVB-C-Empfänger lässt sich direkt mit einem Antennenkabel anschliessen. Digitale Signale sind so sofort und ohne zusätzliche Box empfangbar. Cablecom verlangt für den Anschluss pro Jahr Fr. 340.80 (Fr. 28.40 pro Monat). In diesem Preis ist neben digitalem TV auch ein Internetanschluss mit einer Bandbreite von 2000 kbit pro Sekunde enthalten.

Sunrise: Digital-TV nur kombiniert mit Festnetz und Internet erhältlich

Bei Swisscom und Sunrise braucht es fürs das Grundangebot neben einem Telefonanschluss ein kostenpflichtiges Internetabo. Swisscom verlangt dafür pro Jahr Fr. 712.20 oder Fr. 59.35 pro Monat, Sunrise mindestens 660 Franken pro Jahr (55 Franken pro Monat). Sunrise-TV-Kunden, die zusätzlich ein Handy-Abo mit mindestens 45 Franken Grundgebühr haben, erhalten 15 Franken Rabatt. Das Angebot muss bei  beiden Anbietern aktiv bestellt werden. Anders als bei der Cablecom benötigt der Nutzer  eine Box, um die digitalen Sender empfangen zu können. Bei Sunrise fällt einmalig eine Aufschaltgebühr von CHF 149.– an.

Die Anbieter decken jeweils nicht alle Haushalte ab, Cablecom erreicht mit dem TV-Angebot nach eigenen Angaben  rund 70 Prozent der Schweizer Haushalte, Swisscom und Sunrise über 90 Prozent. Sunrise nutzt für das TV-Angebot grösstenteils das Swisscom-Netz. Weitere kleinere Anbieter von Digital-TV auf dem Schweizer Markt sind Green, TalkEasy sowie verschiedene Kabelnetzbetreiber (Übersicht: http://www.quickline.com).

Wer sich für das  Grundangebot entscheidet, kann jedoch von vielen  Vorteilen des digitalen Fernsehens nicht profitieren. Die  Zusatzfunktionen wie Sendungen stoppen (Live Pause), später anschauen (Replay TV) oder aufnehmen sind nicht enthalten. Ebenso wenig Filme oder Sendungen auf Abruf. Diese Funktionen erhalten die Kunden erst bei teureren Abos.  Die Fülle der Angebote ist gross: Die Swisscom bietet mit Kombiangeboten elf Abovarianten, die Cablecom gar zwölf, bei Sunrise sind es drei. Im saldo-Vergleich berücksichtigt sind neben dem Grundangebot das jeweils günstigste Abo mit Zusatzfunktionen sowie das Komplettangebot mit allen verfügbaren Funktionen.

Bei den Abos mit Zusatzfunktionen haben die Anbieter die Prioritäten unterschiedlich gesetzt: Bei Cablecom sind in der günstigsten Variante Aufnahmen möglich, dafür aber nur 70 Sender enthalten. Bei Swisscom TV erhalten die Kunden deutlich mehr Sender. Zudem können sie für 70 Sender Replay TV  nutzen. Als einzige bietet Swisscom zudem Sport auf Abruf.  Aufnahmen sind dagegen bei diesem Angebot nicht möglich.

Sunrise hat kein preislich vergleichbares Abo. Bei Sunrise gibt es Digital TV ausschliesslich in Kombination mit Festnetz und Internet.  Dafür bietet Sunrise das günstigste Komplettpaket mit allen Funktionen und die grösste Senderauswahl.

Während digitales Fernsehen bei Cablecom über das Kabelnetz verbreitet wird, übertragen Swisscom und Sunrise das Signal über das Internet (ip-TV).  Das hat Folgen. TV-Zuschauer und Internetsurfer im gleichen Haushalt müssen sich die Bandbreite teilen. Das Fernsehen hat dabei Priorität. Das bedeutet, dass das gleichzeitige Surfen  eingeschränkt sein kann. Spürbar ist dies, wenn die Bandbreite nicht ausreichend ist.  Entscheidend ist nicht, welches Internetabo man zahlt, sondern welche Geschwindigkeit am eigenen Wohnort maximal möglich ist.

Ist die Bandbreite sehr gering, ist das Fernseherlebnis gestört. Nutzer berichten, dass in diesem Fall HD-Sender nicht verfügbar sind oder es nicht möglich ist, neben einer Aufnahme HD-Sender anzuschauen. Die Cablecom ist hier im Vorteil: Ihr Netz hat eine wesentlich höhere Kapazität als  die Netze von Swisscom und Sunrise. Deshalb ist es möglich, unbegrenzt viele Fernseher zu nutzen und pro Box bis zu vier Aufnahmen gleichzeitig auszuführen. Hier vermag die Konkurrenz nicht ganz mitzuhalten. Bei der Swisscom sind maximal drei Boxen und drei  gleichzeitige Aufnahmen pro Box möglich. Bei Sunrise gibt es gar keine Zusatzboxen und es können höchstens zwei Sendungen aufgezeichnet werden.

Bei allen Angeboten klagen Kunden über Bildausfälle

Bezüglich Bedienung der Box haben Swisscom und Sunrise die Nase vorn. Eine nicht repräsentative Kundenumfrage zeigt, dass die Plattformen als benutzerfreundlich und logisch empfunden werden. Anders bei der neuen Horizon-Box der Cablecom. Sie braucht oft mehr Schritte, um zum Ziel zu kommen, weil  die Kunden weniger Funktionen direkt über die Fernbedienung anwählen können als bei der Konkurrenz. Suchfunktion oder On Demand werden als unübersichtlich empfunden. Bei allen Anbietern berichten Kunden von gelegentlichen Bildausfällen. Dafür machen die Anbieter die Hausinstallation verantwortlich. Am zufriedensten mit dem Gesamtpaket waren in der Umfrage die Swisscom-TV-Kunden.

Andreas Toscan ist Betreiber des Internetforums digi-tv.ch und kennt den Schweizer Digital-TV-Markt gut. Er teilt die Nutzerbeobachtungen: “ SwisscomTV punktet sowohl beim Angebot mit Live-Sport und Replay-TV als auch bei der Qualität ist darum im Schweizer Markt führend.“

Tabelle

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Sunrise mit neuen Abo-Paketen mit Surfflat für Tablets

Sunrise geht neue Wege. Wer Internet- und Festnetzanschluss bei Sunrise hat, bekommt eine Flatrate für mobiles Internet mit dazu. Ebenfalls neu: Den Grundanschluss für digitales Fernsehen soll es wie bei der Konkurrenz ohne Grundgebühr geben. Sunrise reagiert mit diesen Neuerungen auf die Angebote von Swisscom und Cablecom (im Bereich digital-TV).

Im Detail sehen die Angebote so aus: Die Sunrise Internet Everywhere Tarife sind als basic, start und comfort erhältlich und passen sich laut Sunrise an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kunden an. 

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Basic enthält eine auf 1 mbps limitierte Verbindung für mobiles Internet und 5 mbps für Zuhause und kostet 55 Franken pro Monat . Start enthält ebenfalls eine 1mbps-Verbindung für unterwegs und 15 mbps für Zuhause – und zwar für75 Franken. Comfort enthält eine Verbindung von bis zu 7.2 mbps für unterwegs und 30 mbps für Zuhause für 95 Franken. Wer zudem ein Mobilabo hat, spart 15 Franken. Inklusive ist auch der Festnetzanschluss. Eine Beschränkung des Datenvolumens gibt es offiziell nicht, aber die Geschwindigkeit wird von Beginn wegbeschränkt. Damit wird das Infinity-Konzept der Swisscom teilweise kopiert. Anders als bei der Swisscom gibt es aber noch eine zweite Bremse: wer mehr als 500 MB Datenvolumen monatlich braucht, wird auf 64 kbps gedrosselt.  Ein weiterer Unterschied: Sunrise Everywhere ist nicht für Smartphones, sondern für Tablets und Notebooks gedacht. Ein Handyabo braucht es daneben trotzdem noch.

Die neuen Internetprodukte sind  auch für Bestandskunden von Sunrise erhältlich.   In der Promotionsphase gilt für Neukunden bis zum 25. Mai 2013 jedoch ein Einführungsrabatt von zusätzlich CHF 10.- während 12 Monaten.

Sunrise versucht, dem Trend zur mobilen Internetnutzung mit Tablets Rechnung zu tragen. Zudem will man die Leute dazu bewegen, alle Dienste bei ihnen zu bündeln. Ob Sunrise damit Erfolg hat? Ich zweifle ein wenig. Die Konkurrenz (namentlich Swisscom) bietet unlimitiertes Datenvolumen für das Smartphone und erlaubt Tethering. So ist das Surfen mit Tablets unterwegs problemlos möglich. Ohne Einschränkung bezüglich Datenvolumen. Die Beschränkung auf 64 kbps bereits nach 500 MB bei Sunrise ist eine grosses Handicap. Zudem hat Sunrises Ruf bezüglich Service doch sehr gelitten in letzter Zeit (siehe zum Beispiel: http://albtraum-sunrise.com/klagemauer/)

Bewusst falsche Handy-Rechnungen?

Eben habe ich einen ZDF-Beitrag zum Thema Kostenfalle Handy gesehen: (http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XUhbXwV8WEg#!).

Es geht darum, dass Kunden in Deutschland oft Verträge „angedreht“ werden, die Mehrkosten verursachen oder dass gar bewusst falsche Rechnungen gestellt werden zum Schaden der Kunden.

Dies zu belegen, ist im Beitrag leider nicht ganz gelungen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es solche Fälle gibt. Oft geht es um kleine Beträge, die den Kunden kaum auffallen.

Bei mir fand sich zum Beispiel kürzlich die Roaming-Option auf der Sunrise-Rechnung, obwohl sie gekündigt war. Sind nur knapp 5 Franken und man hat mir das nach dem Reklamieren auf der nächsten Rechnung auch wieder abgebucht. Ich habe mir nichts weiter gedacht, aber jetzt drängt sich bei mir schon ein wenig die Frage auf, ob solches wohl auch bewusst geschieht. Zusätzliche SMS, eine gekündigte Option – wem fällt das auf, wer kontrolliert schon immer die Rechnung?

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Deshalb meine Frage an Euch: Habt Ihr selber schon falsche Rechnungen erhalten? Habt Ihr reklamiert? Wie war die Reaktion?

Update LTE-Erfahrungen

Was mich schon bei meinem ersten Bericht gewundert hat: Manchmal hatte ich gleicherorts eine schnelle Verbindung und später dann wieder eine sehr langsame. Zum Schluss hatte ich den Verdacht, dass bei Vielnutzern die Geschwindigkeit trotz Infinity XL gedrosselt wird. Die Swisscom hat mir jedoch versichert, dass dem nicht so ist.

Aber es gibt einen anderen Grund. Surft man zwischendruch wegen der auftretenden Lücken im 3G-Netz, hat man nachher teils trotz 4G-Netz nicht mehr die best mögliche Geschwindigkeit. Dies ist mir mehrmals passiert und die Swisscom bestätigt: „Es kann sein, dass noch nicht alle Netzbeziehungen (2G/3G/4G) optimal eingestellt sind und Kunden nicht immer sofort beim Wechsel auf das (4G) Netz die volle Bandbreite nutzen können.“ In einem solchen Fall rät die Swisscom, kurz auf den Flugmodus zu wechseln. Ich habe das probiert und es hat das Problem tatsächlich gelöst. Seither sind die Geschwindigkeiten im 4G-Netz wieder deutlich höher, in der Regel je nach Empfang zwischen 30 und 60 Mbit/Sekunde. Nur: Weil es noch viele Lücken im Netz gibt, kommt es natürlich andauernd vor, dass man zwischendurch im 3G-Netz unterwegs ist.

Bleibt zu hoffen, dass die Swisscom das Problem bald beheben kann. Nach eigener Aussage arbeitet sie eng mit den Netzwerkausrüstern und den Geräteherstellern zusammen, um die Netzübergänge zu optimieren.

Messung 4G

Messung 4G