Sunrise und Orange: Aktionen nur für Neu- und Fremdkunden

Sunrise wirbt derzeit intensiv um neue Kundinnen und Kunden. Die Angebote sind preislich sehr attraktive . Beispielsweise gerade aktuell Sunrise flat 1 sim only. Für 15 Franken gibt es eine Flat ins Sunrisenetz sowie unbeschränkte SMS und eine Datenflat.  Doch bestehende Sunrise-Kunden können von den Angeboten nicht profitieren. Selbst wenn ein Vertrag ausläuft und gekündigt wurde, gibt es das Angebot nicht: „Nur für Neukunden oder Kunden von Swisscom oder Orange“, heisst es bei der Hotline. Eine bestehende Sunrise-Nummer zu portieren sei nicht möglich.

Gleiches tat Sunrise schon bei der Vorstellung der Abos Sunrise24. Nachvollziehbar finde ich das nicht. Gerade die Bestandeskunden hatten ja bei Sunrise in letzter Zeit nicht allzu viel zu lachen (siehe hier). Und das Prozedere, zuerst zu einem anderen Anbieter zu wechseln (zum Beispiel Migros Budget Prepaid) und wieder zurück, nur um die Nummer zu behalten, finde ich doch ziemlich mühsam – mal abgesehen davon, dass dann doch immer auch Kosten anfallen.

Ergänzung: Gerade sehe ich: Orange hat ein fast identisches Angebot: OrangeMe SIM-only für 15 Franken, 30 Gesprächsminuten, unlimitierte SMS und 1 GB Datenvolumen. Und auch hier nur für Neukunden. Die Kritik gilt also nicht nur Sunrise. Immerhin: Da es das Angebot jetzt bei beiden fast identisch gibt, hat jeder die Chance ein Abo für 15 Franken abzuschliessen und seine Nummer zu behalten ;-).

Und noch was: Auf der Facebook-Seite von Sunrise beschwert sich ein Kunde, dass auch die Aktion „Wir schenken Dir ein Samsung Tablet bei Bestellung des Internet Everywhere Comfort-Angebots“ nicht für jene Kunden gilt, die bereits bei Sunrise sind. Ebenso wenig wie die 10 Franken Einführungsrabatt. Dies erfährt, wer das Kleingedruckte liest. Wen erstaunts, dass die Kunden dann zu einem anderen Anbieter wechseln.

Sunrise verärgert Kunden und Mitarbeiter

Im neusten saldo habe ich gemeinsam mit Mitarbeitern versucht zu ergründen, weshalb der Kundendienst bei Sunrise so schlecht ist.

Hier die etwas ausführlichere Version der Analyse:

Keine Firma sorgt derzeit für mehr Kundenklagen als der Telecomanbieter Sunrise. Die Mitarbeiter sind überzeugt: Es wird am falschen Ort gespart.

„Wir bekommen in letzter Zeit klar am meisten Anfragen zu Sunrise“, sagt Stephan Heiniger, Leiter der saldo und K-Tipp-Rechtsberatung. Trotzdem scheint es der Firma gut zu gehen. Sie kommunizierte kürzlich das beste operative Ergebnis in der Geschichte.

Doch die Verantwortlichen wissen, dass es bei der Kundenzufriedenheit harzt. So schrieben sie in einer internen Mitteilung kurz vor Bekanntgabe der Zahlen an die Mitarbeiter: „Wirklich enttäuschend sind die Ergebnisse der Kundenzufriedenheitsumfrage.“ Und weiter:  „Unsere selbstgesetzten Ziele, insbesondere im Bereich der Kundenzufriedenheit, haben wir nicht erreicht.“ Das hat Folgen für die Mitarbeiter:  „Wir sind der
Meinung, dass wir nach einem solch schwierigen Jahr die Gesamtlohnsumme nicht
erhöhen können“, heisst es in einer internen Mitteilung. Weil die Unternehmensziele im Bereich Kundenzufriedenheit nicht erreicht wurden, gibt es zudem deutlich weniger Bonus als in den Vorjahren.  Laut dem Bonusplan erhalten festangestellte Mitarbeiter 5 bis maximal 20 Prozent ihres Jahreslohnes in Boni-Form.

Die Mitarbeiter sind verärgert. Denn sie sind der festen Überzeugung: Die Kundenzufriedenheit lässt sich unter den gegebenen Umständen nicht verbessern, egal wie stark die Mitarbeitenden sich bemühen. Denn Sunrise spart ihres Erachtens am falschen Ort.

Folgende Beispiele veranschaulichen, was die Mitarbeitenden meinen:

– Viele  Kundendienstleistungen werden nicht von Sunrise-Mitarbeitern erbracht, sondern von externen Partnern. Dabei werden laut Angaben von Sunrise rund 50 Prozent aller Hotline-Anrufe in der Schweiz bearbeitet, der Rest im Ausland. Gemäss Mitarbeitern stehen die externen Callcenter in Biel, Zürich, Rumänien, Deutschland und Österreich. Das Problem: Die externen Mitarbeiter im Ausland verstehen häufig kein Schweizerdeutsch und sind schelcht informiert. So bleiben viele Kunden nach Anrufen unbefriedigt zurück. Sunrise-Sprecher Tobias Kistner sagt zu diesen Vorwürfen, alle Agenten würden regelmässig geschult  und man erwarte von den Mitarbeitenden der Partner, dass sie Schweizerdeutsch verstehen. Trotzdem scheint auch Sunrise gemerkt zu haben, dass die Qualität leidet: „In Zukunft sollen standardisierte Anfragen von Partnern bearbeitet werden, während die eigenen Agenten komplexe beratungsintensive Anfragen lösen sollen“, so Kistner.

– Die internen Regeln, so genannte Business Rules, verunmöglichen oft eine
schnelle Abwicklung der Kundenanliegen. Der Support ist bei Sunrise so organisiert, dass Kunden immer zuerst mit so genannten „First-Level-Agenten“ verbunden werden. Seit Anfang 2012 dürfen sich diese First-Level-Agenten bei Unklarheiten im Gegensatz zu früher nicht mehr bei den Spezialisten im Haus melden. Erst wenn ein Kunde innert 14 Tagen mehr als einmal anruft, gelangt sein Anliegen an das so genannte Expertenteam. Das Expertenteam ist jedoch nach Aussagen Betroffener überlastet, was zu langen Wartezeiten führt. Die Kunden fragen bei der Hotline immer wieder nach, wie es in ihrem Fall steht. Doch den First-Level-Agenten sind die Hände gebunden. Selbst einfache Fälle dürfen sie nicht mehr selber bearbeiten, wenn der Fall einmal beim Expertenteam liegt.

Sunrise begründet das Vorgehen damit, dass Kunden mit komplexen Anliegen von ausgewiesenen Experten Hilfe erhalten sollen. Ganz glücklich scheint Sunrise mit dieser Lösung jedoch nicht: „In Zukunft werden Agenten während des Gesprächs mit dem Kunden wieder direkten telefonischen Rat von einem Experten einholen können“, sagt Sunrise-Sprecher Tobias Kistner.
-Den First-Level-Agenten fehlen Berechtigungen. Ruft zum Beispiel eine Person an, deren Abo gesperrt wurde, können die First-Level-Agenten wohl die Rechnung anschauen, nicht aber das Abo reaktivieren. Es ist ihnen auch nicht erlaubt, die Kunden auf ein günstigeres Abo wechseln zu lassen oder eine Bestellung zu annullieren. Es gibt kaum Spielraum, kulante Angebote zu machen. Kistner sagt dazu, First Level Agenten hätten genügend Berechtigungen, um 90 Prozent der Kundenanliegen direkt zu lösen.

-Zu schaffen macht den Mitarbeitern weiter die veraltete und langsame Infrastruktur. Gearbeitet wird auf unterschiedlichen Systemen, die untereinander nicht kompatibel sind. Sunrise bestätigt den Vorwurf indirekt. Man investiere fortlaufend in die Modernisierung der Infrastruktur, so Kistner.

– Wer sich schriftlich an Sunrise wendet, muss mit langen Wartezeiten rechnen – wenn er überhaupt Antwort bekommt.  Mitarbeiter vermuten, dass ein Teil der im  Oktober 2012 abgebauten Stellen das Team betraf, das sich mit schriftlichen Anfragen befasst. Denn dieses sei chronisch überlastet. Sunrise bestreitet dies. „Der Abbau erfolgte in allen Unternehmensbereichen, ausser im Kundendienst.“ Für die Kundendienst-Mitarbeiter war der Abbau trotzdem spürbar. Weil der interne IT-Support reduziert wurde, gab es bei Problemen längere Wartezeiten.

-Zu kämpfen haben die Mitarbeiter auch damit, dass sie gegenüber den Kunden immer wieder kundenunfreundliche Änderungen oder Neuerungen rechtfertigen müssen. Dazu gehören in jüngster Zeit:

* Die Einsparung für Kunden, die alle Produkte bei Sunrise beziehen, wurde bei Neuabschlüssen von 29 Franken auf 15 Franken pro Monat gesenkt

*Einführung der Kosten für Papierrechnung bei gleichzeitiger Streichung der Möglichkeit, die Rechnung alle 2 Monate zu erhalten

*Umstellung der Abrechnung auf Minutentakt

*Reduktion der Geschwindigkeit bei manchen Abos beim mobilen Internet, sobald mehr als 300 MB pro Tag verbraucht werden

*Junge Kunden (bis 26 Jahre) mit dem Abo MTV mobile next konnten nicht auf das neue Flatrate-Abo  MTV mobile maxx wechseln

Kommt hinzu, dass Sunrise gemäss Tests (connect) über das schlechteste Netz in der Schweiz verfügt. Sunrise besteht zudem noch immer auf den kundenunfreundlichen, sich selbst verlängernden Rollover-Verträgen. Ein weiteres Ärgernis ist, dass Sunrise sich zum Helfer von dubiosen Mehrwertdiensten macht, die kostenpflichtige SMS versenden. Sunrise besteht gegenüber Kunden in der Regel darauf, dass bestrittene Rechnungen bezahlt werden müssen.

Kein Wunder gelingt es den Mitarbeitern so  nicht, die Kundenzufriedenheit zu steigern. Gegen aussen sagt Sunrise stets, man investiere viel in den Kundendienst. Doch fragt man nach konkreten Zahlen, bleibt Sunrise wolkig. Das Budget für den Kundendienst umfasse einen hohen zweistelligen Millionenbetrag.  Bei der Frage, was konkret umgesetzt wurde, verweist Sunrise auf den im Frühling 2012 lancierten Kundenbeirat. Zudem veranstalte man Qualitätsworkshops und führe Kundenbefragungen durch. Das tönt nicht nach tiefgreifenden
weiterlesen

Digital TV im Vergleich

Ich habe für saldo einen Artikel zum Thema Digital TV geschrieben. In letzter Zeit hat sich in der Schweiz diesbezüglich ja viel getan. Aus Platzgründen wurde der Artikel leider kürzer als erhofft. Hier poste ich nun die ausführlichere Version.

Digital-TV ist günstiger geworden. Aber gratis sind die Angebote nicht – auch wenn die Werbung das verspricht. saldo sagt, wann welche Kosten anfallen.

 Swisscom und Cablecom verlangen seit ein paar Monaten für ihr digitales TV-Grundangebot keine Abokosten mehr. Ab 21. April zieht auch Sunrise nach. Das Grundangebot umfasst jeweils 50 bis 60 Fernsehsender, einige davon in hochauflösender Qualität (HD, siehe Tabelle).

Das heisst aber nicht, dass man gratis fernsehen kann. Kostenpflichtig ist mindestens der Anschluss ans jeweilige Netz. Das Grundangebot ist bei Cablecom am günstigsten: Jedes TV-Gerät mit integriertem DVB-C-Empfänger lässt sich direkt mit einem Antennenkabel anschliessen. Digitale Signale sind so sofort und ohne zusätzliche Box empfangbar. Cablecom verlangt für den Anschluss pro Jahr Fr. 340.80 (Fr. 28.40 pro Monat). In diesem Preis ist neben digitalem TV auch ein Internetanschluss mit einer Bandbreite von 2000 kbit pro Sekunde enthalten.

Sunrise: Digital-TV nur kombiniert mit Festnetz und Internet erhältlich

Bei Swisscom und Sunrise braucht es fürs das Grundangebot neben einem Telefonanschluss ein kostenpflichtiges Internetabo. Swisscom verlangt dafür pro Jahr Fr. 712.20 oder Fr. 59.35 pro Monat, Sunrise mindestens 660 Franken pro Jahr (55 Franken pro Monat). Sunrise-TV-Kunden, die zusätzlich ein Handy-Abo mit mindestens 45 Franken Grundgebühr haben, erhalten 15 Franken Rabatt. Das Angebot muss bei  beiden Anbietern aktiv bestellt werden. Anders als bei der Cablecom benötigt der Nutzer  eine Box, um die digitalen Sender empfangen zu können. Bei Sunrise fällt einmalig eine Aufschaltgebühr von CHF 149.– an.

Die Anbieter decken jeweils nicht alle Haushalte ab, Cablecom erreicht mit dem TV-Angebot nach eigenen Angaben  rund 70 Prozent der Schweizer Haushalte, Swisscom und Sunrise über 90 Prozent. Sunrise nutzt für das TV-Angebot grösstenteils das Swisscom-Netz. Weitere kleinere Anbieter von Digital-TV auf dem Schweizer Markt sind Green, TalkEasy sowie verschiedene Kabelnetzbetreiber (Übersicht: http://www.quickline.com).

Wer sich für das  Grundangebot entscheidet, kann jedoch von vielen  Vorteilen des digitalen Fernsehens nicht profitieren. Die  Zusatzfunktionen wie Sendungen stoppen (Live Pause), später anschauen (Replay TV) oder aufnehmen sind nicht enthalten. Ebenso wenig Filme oder Sendungen auf Abruf. Diese Funktionen erhalten die Kunden erst bei teureren Abos.  Die Fülle der Angebote ist gross: Die Swisscom bietet mit Kombiangeboten elf Abovarianten, die Cablecom gar zwölf, bei Sunrise sind es drei. Im saldo-Vergleich berücksichtigt sind neben dem Grundangebot das jeweils günstigste Abo mit Zusatzfunktionen sowie das Komplettangebot mit allen verfügbaren Funktionen.

Bei den Abos mit Zusatzfunktionen haben die Anbieter die Prioritäten unterschiedlich gesetzt: Bei Cablecom sind in der günstigsten Variante Aufnahmen möglich, dafür aber nur 70 Sender enthalten. Bei Swisscom TV erhalten die Kunden deutlich mehr Sender. Zudem können sie für 70 Sender Replay TV  nutzen. Als einzige bietet Swisscom zudem Sport auf Abruf.  Aufnahmen sind dagegen bei diesem Angebot nicht möglich.

Sunrise hat kein preislich vergleichbares Abo. Bei Sunrise gibt es Digital TV ausschliesslich in Kombination mit Festnetz und Internet.  Dafür bietet Sunrise das günstigste Komplettpaket mit allen Funktionen und die grösste Senderauswahl.

Während digitales Fernsehen bei Cablecom über das Kabelnetz verbreitet wird, übertragen Swisscom und Sunrise das Signal über das Internet (ip-TV).  Das hat Folgen. TV-Zuschauer und Internetsurfer im gleichen Haushalt müssen sich die Bandbreite teilen. Das Fernsehen hat dabei Priorität. Das bedeutet, dass das gleichzeitige Surfen  eingeschränkt sein kann. Spürbar ist dies, wenn die Bandbreite nicht ausreichend ist.  Entscheidend ist nicht, welches Internetabo man zahlt, sondern welche Geschwindigkeit am eigenen Wohnort maximal möglich ist.

Ist die Bandbreite sehr gering, ist das Fernseherlebnis gestört. Nutzer berichten, dass in diesem Fall HD-Sender nicht verfügbar sind oder es nicht möglich ist, neben einer Aufnahme HD-Sender anzuschauen. Die Cablecom ist hier im Vorteil: Ihr Netz hat eine wesentlich höhere Kapazität als  die Netze von Swisscom und Sunrise. Deshalb ist es möglich, unbegrenzt viele Fernseher zu nutzen und pro Box bis zu vier Aufnahmen gleichzeitig auszuführen. Hier vermag die Konkurrenz nicht ganz mitzuhalten. Bei der Swisscom sind maximal drei Boxen und drei  gleichzeitige Aufnahmen pro Box möglich. Bei Sunrise gibt es gar keine Zusatzboxen und es können höchstens zwei Sendungen aufgezeichnet werden.

Bei allen Angeboten klagen Kunden über Bildausfälle

Bezüglich Bedienung der Box haben Swisscom und Sunrise die Nase vorn. Eine nicht repräsentative Kundenumfrage zeigt, dass die Plattformen als benutzerfreundlich und logisch empfunden werden. Anders bei der neuen Horizon-Box der Cablecom. Sie braucht oft mehr Schritte, um zum Ziel zu kommen, weil  die Kunden weniger Funktionen direkt über die Fernbedienung anwählen können als bei der Konkurrenz. Suchfunktion oder On Demand werden als unübersichtlich empfunden. Bei allen Anbietern berichten Kunden von gelegentlichen Bildausfällen. Dafür machen die Anbieter die Hausinstallation verantwortlich. Am zufriedensten mit dem Gesamtpaket waren in der Umfrage die Swisscom-TV-Kunden.

Andreas Toscan ist Betreiber des Internetforums digi-tv.ch und kennt den Schweizer Digital-TV-Markt gut. Er teilt die Nutzerbeobachtungen: “ SwisscomTV punktet sowohl beim Angebot mit Live-Sport und Replay-TV als auch bei der Qualität ist darum im Schweizer Markt führend.“

Tabelle

digitv

Sunrise24: Geschwindigkeit doch limitiert – ab 300 MB Daten pro Tag

Sunrise bewirbt Sunrise24 mit „superschnellem Surfen“. Im Kleingedruckten wird klar, die Geschwindigkeit ist auf 7.2 Mbit/Sekunde beschränkt. Doch auch mit dieser Geschwindigkeit dürfen Kunden nicht sicher rechnen. Ein Blogleser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass bei Sunrise24 einen so genannten Daycap gibt. Das bedeutet: Wer mehr als 300 MB Daten mit Sunrise24 nutzt, bei dem wird die Geschwindigkeit auf ein Minimum reduziert. Sunrise hat mir das bestätigt. Die Begründung: Ein durchschnittlicher Nutzer verbrauche so viel in einem ganzen Monat. Man passe die Fair Usage Policy laufend dem sich verändernden Nutzungsverhalten an.

Für Vielnutzer bedeutet dies eine  Einschränkung. Zwar ist am nächsten Tag die Geschwindigkeit wieder da – aber eben wieder nur, bis 300 MB Datenvolumen verbraucht sind.

Neues Online-Abo Sunrise24

Angekündigt war es auf September: das neue Abo Sunrise24. Inzwischen ist die Website online und die Eckdaten bekannt. Für gerade mal 49 Franken gibt es bei Sunrise bald eine Flatrate, die Anrufe in alle Schweizer Netze, SMS, MMS und schnelles Surfen  (begrenzt auf 7,2 mbit/s) erlaubt. Und das für 49 Franken! Das Angebot zielt natürlich auf Swisscoms Infinity. Dort zahlt man 99 Franken monatlich für die gleiche Geschwindigkeit, für 59 Franken gibt es gerade mal 0.2 Mbit/s. Erstaunlich beim neuen 24-Angebot: Sunrise hat bereits eine Flatrate mit diesem Profil – allerdings zu einem höheren Preis. Sies kostet 90 Franken mit Handy und 75 Franken ohne. Beim neuen Angebot Sunrise24 gibt’s kein Handy dazu. Es ist auch nur online buchbar und man darf nicht mit Support im Shop rechnen. Gibt es Probleme, muss man auf eine kostenpflichtige Hotline (laut Blick 1.50 Franken pro Minute) anrufen. Das tönt nicht nach sehr viel. Aber meine eigene Erfahrung hat mir schon gezeigt, dass man bei der Sunrise-Hotline manchmal seeeehr lange warten muss  (siehe Artikel). Und man zahlt bereits für die Zeit in der Warteschlaufe. Liegt also etwas im Argen und es herrscht Grossandrang bei der Hotline, kostet dies schnell zwei Monatsgebühren. Abgesehen davon, die Kunden zweiter Klasse erhalten nur Unterstützung von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr. Weitere Einschränkungen: Zusatzangebote wie die Auslandoptionen oder auch Multi-SIM werden nicht angeboten, VoIP und Tethering sind nicht erwünscht.

Schwer nachvollziehbar ist zudem: Sunrise-Kunden können nicht ohne weiteres zum neuen Angebot wechseln. Die Kündigungsfristen müssen eingehalten werden bzw. es braucht einen Neuabschluss. Zudem ist es für Sunrise-Kunden nicht möglich, die Nummer mitzunehmen, während Orange- und Swisscom-Kunden dies dürfen. Man zielt also vor allem auf Kunden der anderen Anbieter.

Trotzdem, alles in allem sicher ein attraktives Angebot. Jetzt bin ich mal gespannt, ob und wann Orange sich etwas einfallen lässt. Immerhin gibts derzeit das vergleichbare Abo 21 Franken günstiger als üblich, aber immer noch doppelt so teuer wie bei Sunrise.

Optionen bei Sunrise: Unübersichtlich

Im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Abos hat Sunrise auch seine Optionen angepasst.

Allerdings sind diese  recht verwirrlich.

Nehmen wir das Beispiel Datenroaming. Künftig kostet Datenroaming im Ausland 1 Franken/MB. Aber nur für alle jene, die ein neues Abo haben. Bisherige Kunden müssen, um von dem günstigeren Datenroaming profitieren zu können, weiterhin die Option Roaming für 5 Franken/Monat buchen.

Die Option lässt sich auch mit den neuen Abos buchen, allerdings hat dies dann keinen Einfluss auf die Datenroaming-Preise sondern nur noch auf die Roaming-Kosten für Gespräche. Weshalb ältere Kunden schlechter gestellt werden, bleibt unklar.

Ähnlich unübersichtlich scheint mir die Lösung, um an zusätzliches Datenvolumen zu kommen. Besitzt man ein Abo Sunrise flat 4, 6 oder 7., kann man ab 21. Juni zur Datenflat (1GB) ein weites GB Full Speed pro Monat dazubuchen. Das kostet 10 Franken. Nach 2 GB /Monat ist jedoch Schluss. Weiteres Datenvolumen zur vollen Geschwindigkeit lässt sich ausgerechnet bei diesen Abos für Vielnutzer nicht dazu buchen.

Bei den flex-Tarifen sowie bei Sunrise flat1 und flat2 haben die Kunden etwas mehr Möglichkeiten. Es gbt die Option data 1 (1 GB für 10 Franken) sowie dataflat4 (4 GB für 30 Franken). Diese Angebote gelten aber explizit nicht für Sunrise flat 4, 6 und 7. Die Wenignutzer können also bis 4 GB Daten zur vollen Geschwindigkeit dazubuchen, während für Vielnutzer bei 2 GB Schluss ist. Ganz logisch find ich das nicht.

Sunrise wieder mit neuer Abo-Palette: SMS nun inklusive

Es scheint fast, als ob sich Sunrise meine (und auch die anderer) Kritik zu Herzen genommen hat. Ab 27. Mai gibt es neue Abos, die endlich auch  SMS und MMS enthalten. 15 Rappen wie bisher sind einfach viel zu teuer, vor allem wenn man weiss, dass Dienste wie WahtsApp kostenlose Nachrichten ermöglichen.

Das günstigste Flat-Abo, Sunflatat 1, ermöglicht weiterhin unlimitierte Anrufe in das Sunrise Mobilfunknetz, ein Datenvolumen in Höhe von 500MB  und neu beliebig viele SMS und MMS.

Wermutstropfen: Bisher kostete Sunflat1 mit Handy 40 Franken, neu sind es 45 Franken. Dafür ist Sunflat1 künftig auch ohne Handy erhältlich, für 30 Franken pro Monat.

Eine weitere Neuerungen: Es gibt drei Flatrate-Abos für die Schweiz und zwei für die Schweiz und das Ausland.  Sunflat2 und 4 sind ohne Handy gleich teuer wie bisher, mit Handy 5 bzw. 10 Franken teuer als bisher. Neu enthalten ist die SMS-Flat und bei Sunflat4 auch eine Internet-Flat (1GB). Sunflat3 gibt es nicht mehr. Auch Sunflat5 wurde gestrichen.

Sunflat 6 wurde ohne Abo gar 10 Franken günstiger. Neu geschaffen wird ab 21.6. Sunflat 7 mit Anrufen in alle Schweizer Netze, in 15 Länder bis 200 Minuten, einer Internet-Flat (1GB) und neu einer Roaming-Flat (100 MB). Allerdings ist dieses Abo mit 200 Franken monatlich sehr teuer.

Ebenfalls im Kern erhalten bleiben die Sunrise flex-Angebote. Neu ist hier ebenfalls, dass neben Daten und Inklusivminuten SMS enthalten sind (40 bei 40 Flex, 100 bei 100Flex, 250 bei 250 Flex). Auch hier wurden die Angebote mit Handy teils leicht teurer, ohne Handy dafür teils etwas günstiger.

Für all jene die häufig im Ausland sind zudem eine gute Nachricht: Das Datenroaming wird günstiger und kostet künftig in Europa noch 1 Franken pro MB. Heute sind es ohne Option 15 Franken.

Fazit: Sunrise hat endlich realisiert, dass zu einer Flat auch SMS gehören. Durch die Erhöhungen der Grundgebühren, wird es für die Kunden zwar nicht unbedingt günstiger, doch das Angebot ist etwas transparenter. Das ist zu begrüssen. Auch die deutliche Senkung der Datenroaming-Kosten ist für Kunden positiv. Dafür ist die so genannte Surfflat nicht viel wert, da bereits ab 1 GB die Bandbreite reduziert wird. Wer ausschliesslich mobiles Internet nutzt, kommt bei Sunrise nicht weit. Er muss wohl oder übel   die Option data flat4 buchen und so nochmals 4 GB dazugewinnen. Das verteuert das Abo um 30 Franken monatlich. Die Option kommt erst zum Tragen, wenn das Guthaben des Abos aufgebraucht ist.

Die neuen Abos gibt es für Neukunden oder bei einer Vertragsverlängerung. Die bisherigen Abos (auch Zero) sind weiterhin erhältlich und bleiben für viele Nutzer auch weiterhin günstiger.

Was haltet Ihr von den neuen Abos?

Übrigens, da ich noch keinen Link zu den neuen Tarifen gefunden habe, habe ich die Preisübersicht als Bild eingefügt, sobald ein Link verfügbar ist, liefere ich ihn nach.

Surfen mit dem Tablet – ohne Zusatzabo

Die Telecom-Anbieter versuchen Tablet-Nutzer mit teuren Spezial-Abos an sich zu binden. So empfiehlt Orange Nutzern des Apple-Tablets Internet Everywhere für iPad – für 29 Franken gibt es zum Beispiel 1 GB Datenvolumen. Dabei könnten Tablet-Nutzer problemlos OrangeMe (ohne subventioniertes Gerät) nutzen: für 15 Franken monatlich gibt es ebenfalls 1 GB. Doch selbst diese Variante ist nicht nötig, wenn man bereits ein Handyabo mit ausreichend Datenvolumen besitzt. Es gibt zwei Möglichkeiten das Datenvolumen des Handyabos mit geringen oder gar ohne Mehrkosten zu nutzen:

Sunrise-Kunden können sich für 5 Franken pro Monat zusätzliche SIM-Karten mit gleicher Nummer kaufen. Damit lässt sich das Guthaben des Handyabos mitnutzen. Bis zu fünf Geräte können gleichzeitig aktiv sein, telefonieren lässt sich jedoch jeweils nur mit einem. Swisscom und Orange bieten Multi-SIM unter dem Titel «Zusatzkarte» für 10 Franken sowie «Twin Card» für 9 Franken monatlich an. Nachteil: Die Geräte lassen sich nicht gleichzeitig nutzen.  (Darüber habe ich früher schon berichtet).

Noch günstiger lässt sich das Datenvolumen des Mobiltelefons  mittels Tethering anzapfen. Das bedeutet,  dass man das Smartphone mit einem Tablet oder Laptop verbindet und diesem so eine Internetverbindung ermöglicht. Das Mobiltelefon übernimmt dann die Rolle eines Modems. Die Vorgehensweise ist je nach Smartphone unterschiedlich. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen zu den wichtigsten Geräten. Hier zum Beispiel für das iPhone: youtube-Video.

Mit «Tethering» kann man selbst Tablets, die nur über WLAN verfügen, zum Surfen unterwegs nutzen. Orange und Swisscom geben an, Tethering stehe ohne Zusatzkosten und Einschränkungen zur Verfügung. Anders Sunrise: Laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist Tethering verboten. Die Nachfrage nach den Konsequenzen blieb jedoch ohne Antwort. Es hiess lediglich Sunrise habe diese Einschränkung vorgenommen, da sie die Qualität beim Tethering nicht gewährleisten könne. Ich weiss jedoch von Abonennten, die dies trotzdem ohne Probleme nutzen.

Attraktive Jugendabos

Jugendliche sind bei den Telco-Anbieter als Kunden heiss umworben. Die Angebote für unter 26-Jährige sind attraktiv. Gerade hat die Swisscom ihre Abos für Jugendliche angepasst. So gibt es für 15 Franken für Einsteiger unter dem Namen Natel xtra S neu 100 MB Datenvolumen und 600 Gratis-SMS. Bislang kostete das Ansteiger-Angebot 19 Franken, Datenvolumen war keines inklusive.

Natel xtra M bietet für 35 Franken gar 1 GB Datenvolumen und 1500 Gratis-SMS, Natel xtra L für 45 Franken 1,5 GB sowie 2000 Gratis SMS. Wermutstropfen sind die Stundentarife. Kurze Anrufe sind unnötig teuer. Selbst ein einminütiger Anruf kostet je nach Abo zwischen 70 und 90 Rappen pro Minute. Bei Natel xtra L sind Anrufe ind Swisscom Mobil- und Festnetz inklusive. Das Telefonieren ist mit Natel xtra M und xtra S etwas teurer geworden als mit den Vorgänger-Abos, weil keine bzw. weniger Gratisminuten inklusive sind.

Zum Vergleich: Die Sunrise Mobilabos für junge Leute unter 26 Jahren heissen MTV Mobile. Das Einsteigerangebot now bietet klar weniger: Für 15 Franken gibt es 100 Gratis-SMS, eine Gesprächsminute kostet 45 Rappen in jedes Netz, Datenvolumen ist nicht enthalten. Attraktiver ist das Angebot next: Für 29 Franken sind alle SMS gratis, surfen ist unbeschränkt inklusive (allerdings wird ab 500 MB die Geschwindigkeit reduziert) und Anrufe ins Sunrise-Mobil-Netz sind gratis.

Auch Orange führt Young-Abos für alle unter 27 Jahren. Für 10 Franken gibt es kostenlose Anrufe ins Orangenetz und das Schweizer Festnetz sowie unbeschränkt Gratis-SMS. Für 25 Franken ist zusätzlich 1 GB Datenvolumen enthalten. Ein sehr gutes Angebot – preislich wohl das beste für junge Leute.

Da wird man als ältere Nutzerin doch gleich ein wenig neidisch. Eine Kollegin hat mich jedoch darauf hingewiesen, dass Eltern die Abos für ihre Kinder lösen können – ein Mindestalter ist nicht ersichtlich. Der Elternteil ist dann Eigner des Abos, das Kind Nutzer. Die Kollegin nutzt das Abo (Sunrise) jedoch selbst. Ob das Kind oder der Eigner das Abo verwendet, können die Anbieter schwerlich überprüfen. Die Swisscom schreibt als einzige Anbieterin in den Bedingungen: „Der Kunde darf diese Abos nicht Dritten zur Benutzung überlassen.“

Übrigens: Werden die Jugendliche Erwachsen, also älter als 26 bzw 27 Jahre, wandeln die Anbieter die Abos automatisch in  ordentliche Abos zu den üblichen Kondition um.

Comeback TV von Sunrise wird in den Folgejahren kostenpflichtig

Sunrise hat im Rahmen der Einführung von Sunrise TV die Funktion Comeback TV stark beworben. Das unterscheide Sunrise TV von der Konkurrenz. Comback TV ermöglicht es einem, 40 Sender auszuwählen, auf denen man Verpasstes bis 28 Stunden später nochmals anschauen kann. Diese Funktion erhalten im ersten Jahr alle Kunden gratis. Kaum kommuniziert wurde, dass dies nicht so bleibt. Auch nach Ablauf des Jahres können Kunden Comback TV nutzen. Allerdings nur während 10 Tagen pro Monat. Wer mehr will, muss eine Option (wieder mal…) kaufen für 10 Franken im Monat.

Ob dies dann wirklich so sein wird, bezweifle ich ein wenig. Denn bis spätestens Mitte Jahr führt auch Swisscom diese Funktion ein und zwar für 70 Sender und kostenlos. Verfügbar ist das Swisscom Angebot für Swisscom TV plus-Kunden. Ob Sunrise unter dem Konkurrenzdruck kostenpflichtig bleiben kann, wird sich zeigen. Ich fürchte ohnehin, dass das Angebot reichlich spät kommt. Die Konkurrenten konnten sich längst etablieren und auch bezüglich Preis ist Sunrise nicht im Vorteil. Das vergleichbare Paket Vivo Casa **** von Swisscom kostet gleich viel, nämlich 125 Franken, das Power Combi der upc-Calecom ist für 127.20 Franken zu haben. Unterschiede gibt es bei diesen Paketen bezüglich Telefonie und Internet. Upc-Cablecom hat bei der Internetgeschwindigkeit (100 Mbit/s) die Nase vorn (20 Mbit/s bei Sunrise und Swisscom), dafür gibt es bei Sunrise und Swisscom zusätzliche Rabatte für Handykunden. Eine kleine Übersicht lässt sich hier anschauen.

Ergänzung Mai 2012: Ab Juni ist ComeBack TV gemäss Sunrise neu unbeschränkt gratis im Paket Sunrise TV Set comfort enthalten. Beim Einsteigerpaket Sunrise TV Set start sind weiterhin fünf Sendungen pro Montag inbegriffen. Kunden, die sich für Sunrise TV Set start entschieden haben und ComeBack TV für mehr als fünf Sendungen pro Monat nutzen möchten, können die entsprechende Option für CHF 10.- pro Monat t am Fernseher im Menu buchen. Zudem sagt Sunrise, die Zahl der verfügbaren Stunden werde bald von 28 auf 30 erhöht.