connect-Netztest: Nur befriedigend für Sunrise

Ich vergleiche in meinen Blog-Beiträgen oft Tarife und da kommt Sunrise in der Regel recht gut weg. Aber die Kosten sind natürlich nur die eine Seite. Entscheidend ist für den Nutzer auch, ob die Dienstleistung  erbracht wird. Und da läuft es bei Sunrise nicht wunschgemäss. Dies belegt ein Netztest, den die Zeitschrift Connect in der Schweiz und Österreich durchgeführt hat.

Um das Resultat vorweg zu nehmen: Von den sieben Anbietern (3 in der Schweiz, 4 in Österreich) war Sunrise die einzige, die im Netztest nur das Urteil „befriedigend“ erhielt (340 von 500 möglichen Punkten). Dies nachdem Sunrise noch vor zwei Jahren mit dem connect-Test werben konnte (damals „sehr gut“  mit 428 von 500 Punkten). Schwächen zeigte Sunrise fast überall, sowohl beim Telefonieren als auch bei den mit Smartphones erzielten Datenraten. So halten die Tester zum Beispiel fest: „Eingebrochen ist der Anbieter Sunrise, bei dem 4.4 Prozent der gemessenen Gespräche nicht erfolgreich beendet werden konnte.“ Oder: „Ein Drittel der Messungen bei Sunrise lag unter der häufig als für den Surfspass kritisch erachteten Grenze von 1Mbit/s (bezieht sich auf Datenraten in den Städten).  Auf dem Land sieht es noch kritischer aus.

Weshalb konnte Sunrise nicht mehr punkten? Meine Vermutung: Man hat einfach zu wenig investiert. Dass es nämlich auch anders geht, zeigt Orange. Im Vorjahr mit 279 Punkten nur mit ausreichend benotet, gelang in diesem Jahr eine Steigerung auf 386 Punkte (Urteil gut). Orange hält denn in einer Mitteilung denn auch  fest, das Resultat zeige, dass sich die Investitionen von 700 Mio. Franken für die Modernisierung und den Ausbau des Netzes für die Kunden auszahlten.

Übrigens: Auf Platz 1 bleibt die Swisscom mit dem Urteil „sehr gut“, aber zwei der österreichischen Anbieter erzielten noch deutlich bessere Werte als die Swisscom.

Neue Mobile-Unlimited-Tarife bei der Swisscom im Konkurrenzvergleich

Die Swisscom passt per1. Dezember 2011 die Mobile Unlimited-Abos für das mobile Surfen und das Arbeiten mit Laptop oder Tablet unterwegs an.

Neu gelten folgende Tarife:

  • NATEL data start kostet  19 Franken pro Monat, beinhaltet 500 MB und ist ohne Mindestvertragslaufzeit erhältlich.
  • NATEL data plus  kostet  49 Franken pro Monat und beinhaltet 5 GB.
  • NATEL data premium kostet 85 Franken pro Monat und beinhaltet 10 GB. Es bietet eine besonders schnelle Datenverbindung mit bis zu 42 Mbit/s.

Sind die Datenpakete aufgebraucht, können für  19  Franken 500 MB und für 49 Franken 5 GB  dazugebucht werden. Auf Kosten der neuen Tarife verschwindet das  Angebot namens Natel data flat, das es für 59 Franken gab. Inbegriffen waren 10 GB, danach wurde die Geschwindigkeit reduziert.  Wer heute 10 GB Datenvolumen will, zahlt bei der Swisscom mindestens 85 Franken (data premium).

Doch wie stehen die neuen Swisscom-Abos im Vergleich zur Konkurrenz da?

Bei Sunrise heisst das vergleichbare Angebot Take Away, bei Orange Internet Everywhere. Take Away Basic von Sunrise und Everywhere Day von Orange kosten 10 Franken monatlich plus 3.50 Franken pro Nutzungs-Tag. Die Volumen-Obergrenze liegt bei Sunrise bei 500 MB pro Tag oder  10 GB pro Monat, je nachdem, was zuerst erreicht wird. Bei Orange liegt die Obergrenze bei monatlich 5 GB. Nach Erreichen dieser Grenzen wird bei beiden Anbietern die Bandbreite reduziert.   Der Wenig-Nutzer muss sich also die Frage stellen, ob er lieber täglich surft, aber kaum Daten-Volumen braucht. Dann ist Swisscom Natel data start günstiger. Surft er dagegen nur ein bis zwei Tage monatlich, will aber an diesen Tagen mehr Datenvolumen nutzen, sind Sunrise und Orange günstiger. Orange führt zudem ein Angebot namens Internet Everywhere One für 29 Franken mit einer monatlichen Volumen-Obergrenze von 1GB. Dies ist eine gute Lösung für jene, die mehr als 500 MB brauchen, aber weniger als 1 GB.

Take Away Max, Internet Everywhere Max  und Natel data plus sind mit 49 Franken genau gleich teuer. Der Unterschied: bei der Swisscom gibt es nur 5 GB monatlich, danach muss der Kunde für zusätzliche Datenpakete zahlen. Bei Orange erhält der Kunde 5 GB und bei Sunrise 10 GB monatlich oder 500 MB pro Tag. Wer mehr braucht, kann nur noch mit reduzierter Bandbreite arbeiten. Will man also stets über schnelles Internet verfügen, ist dies ein Nachteil.

Ein mit Natel data premium vergleichbares Produkt führen Sunrise und Orange nicht.

Neues bei Sunrise und Orange

Sunrise lanciert eine neue Flatrate namens „sunrise sunflat 5„.  Das Angebot ersetzt Sunrise Flat Relax – neu ist dabei, dass auch Anrufe ins Ausland inbegriffen sind. Entsprechend ist „sunrise sunflat 5“ etwas teurer. Bisher gab es Anrufe ins Fest- und Mobilnetz in Kombination mit mobilem Surfen (bis 2 GB) für 114 Franken. So weit so gut – was ich aber ärgerlich finde, ist das bei diesem Angebot SMS 15 Rappen kosten statt wie üblich bei Sunrise 12 Rappen. Schon 12 Rappen sind viel – das Vielnutzer nun bei einer Flatrate gar 15 Rappen zahlen sollen, finde ich unverständlich. Und die SMS Option ist mit 19 Franken doch recht teuer.  Sunrise sagt dazu, man habe den Schwerpunkt auf unlimitierte Telefonie gesetzt.  Die bisherigen flat surf-Abos von Sunrise bleiben unverändert, auch bezüglich der SMS-Preise.

Darüber hinaus hat Sunrise zwei neue Option fürs Auslandtelfonieren ins Leben gerufen, Sunrise International und Sunrise Roaming. Mir scheint es allerdings, dass diese Angebote mit der Option Sunrise Global bereits bestanden. Und auf Nachfrage bestätigt Sunrise : Die Preise für Voice und Daten beim neuen  Angebot sind  identisch mit Global.  Global ermöglichte für 9 Franken vergünstigte Anrufe ins Ausland und im Ausland. Der einzige Unterschied: Nun muss man beides einzeln buchen, zu je 5 Franken monatlich. Das Surfen bleibt damit noch immer viel zu teuer, da fährt man mit einer ausländischen Prepaid-SIM-Karte oder WLAN natürlich viel besser.

Nun zu Orange: Anfang Jahr habe ich in diesem Blog unter dem Titel Meine Wünsche an die Telekom-Anbieter geschrieben: „Die Idee von Orange Me ist gut, ein Abo, genau für meine Bedürfnisse. Aber die Auswahlmöglichkeiten überzeugen mich nicht. Weshalb kann man ein Abo ohne SMS und Datenvolumen haben, aber nicht ohne Sprechzeit? Als Smartphone-Nutzerin telefoniere ich wenig, also will ich fürs Sprechen auch nicht 20 Franken zahlen. Mein Wunsch: Es sollte auch ein Abo ohne Sprech-Grundgebühr geben – von mir aus mit entsprechend etwas höherem Minutentarif.“

Diesem Wunsch ist Orange erfreulicherweise teils nachgekommen. Neu gibt es bei OrangeMe die Möglichkeit, ein Abo ohne Inklusive-Sprechzeit zu lösen. Die Grundgebühr beträgt 10 Franken, die Gesprächsminute kostet 40 Rappen. Für Leute, die kaum telefonieren, aber das Handy oft zum Surfen nutzen, ist OrangeMe dadurch attraktiver geworden. 

Orange will alte Preispläne abschaffen

Orange hat heute mitgeteilt, dass man plant, alle vor 2006 eingeführten Abonnemente abzuschaffen. Zu den älteren Orange-Angeboten gehört etwa Orange Optima. Man wolle damit die Angebotspalette im Mobilfunk vereinfachen. Die Kunden sollen auf das neue Angebot OrangeMe wechseln. Orange glaubt nach eigener Aussage, dass 90 Prozent der betroffenen Kunden mit einem Wechsel sparen. Man werde alle betroffenen Kunden informieren und beim Abowechsel unterstützen.

Es lohnt sich jedoch, selber kurz nachzurechnen, ob man mit OrangeMe tatsächlich spart. Denn die Kunden sind nicht gezwungen, auf das von Orange vorgeschlagene OrangeMe zu wechseln. Da es sich um eine einseitige Vertragsänderung handelt, können Unzufriedene auch aus dem Vertrag aussteigen und zu einem anderen Anbieter wechseln. Dies dürfte sich etwa für Kunden lohnen, die nur wenig telefonieren. Denn bei Orange zahlt man mindestens 20 Franken für Gespräche – egal ob man sie führt oder nicht. Beim Umstieg auf ein Prepaid-Angebot  liesse sich also einiges sparen. Auch Vielsurfer (über 1 GB Datenvolumen) dürften mit einem anderen Angebot günstiger fahren.

Ob die Kunden diese Änderung goutieren ist fraglich. Als OrangeMe lanciert wurde, hiess es, die Kunden könnten bei ihren alten Preisplänen bleiben. Nun wird dieses Versprechen gebrochen. Und gerade vor kurzem hat Orange zudem viele Abonnenten verärgert, indem man die Gratisminuten ins Ausland massiv reduziert hat (Zone 3).


OrangeMe: Länder der Zone 3 nicht mehr inbegriffen

Das Abo OrangeMe erlaubt, wenn man die Variante mit „unlimitiert Sprechen“ wählt, 3000 Inklusive-Gesprächsminuten auch ins nahe Ausland, und zwar bislang in die Zonen 1 bis 3. Nun hat Orange klammheimlich per Mitte März die Zone 3 aus den Inklusiv-Anrufen rausgenommen. Die Zone 3 umfasst unter anderem die Länder der Balkan-Region. Vermutlich kam dieses Angebot zu gut an. Ein Betroffener berichtet , dass Orange jene Kunden kontaktiert hat, die häufig in den Balkan telefonieren. Orange hat ihnen mitgeteilt,  dass die Anrufe in diese Zone nicht mehr in diesem Ausmass kostenlos möglich seien. Die Nachfrage bei Orange hat ergeben, dass eine kleine Gruppe dieses Angebot sehr intensiv genutzt hat und andere Kunden diese Gruppe „quersubventionieren“ mussten. Deshalb hat man beschlossen, dass bisherige Kunden zwar noch kostenlos in die Zone 3 anrufen können, aber nur bis 120 Minuten pro Monat und nicht wie ursprünglich versprochen bis 3000 Minuten. Neukunden erhalten gar keine Gratisanrufe in die Zone 3 mehr.

Und wir lernen: Um Kunden anzulocken, werden grosszügig Gratisminuten versprochen. Werden sie dann beansprucht, streicht man sie umgehend wieder.

Da es sich um eine einseitige Vertragsänderung von Orange handelt, können die Kunden immerhin vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen, falls diese Änderung für sie nicht akzeptabel ist.

Mobiles Surfen im Ausland: Sunrise teuer

Surfen mit dem Handy im Ausland war lange Zeit horrend teuer. Auch heute noch würde ich empfehlen, das Handy im Ausland nur im Notfall zum Surfen über das Mobilfunk-Netz zu benutzen oder aber eine SIM-Karte eines einheimischen Anbieters einzulegen. Doch immerhin bieten alle Anbieter seit einiger Zeit Optionen, die das Surfen ennet der Grenze für die Abokunden einigermassen bezahlbar machen.

Hier die Ausland-Surf-Angebote für Smartphone-Nutzer mit Abo der drei Anbieter

Bei der Swisscom können Abokunden die World Option Flex buchen. Eine einmalige Anmeldung reicht. Sie kostet 9 Franken pro Monat, wird jedoch nur verrechnet bei Gebrauch. In der Folge kostet dann das Surfen in der EU und Westeuropa 7 Franken pro Tag. Das Datenvolumen ist auf 10 MB limitiert. Ohne diese Option kostet die Nutzung ebenfalls 7 Franken täglich, enthalten sind jedoch nur 5 MB. Ist das Volumen aufgebraucht, wird ein neues Paket gelöst. Ein Vorteil: Nutzt man eine geringere Datenmenge, zahlt man auch weniger. Bis der Betrag des Tagespaketes erreicht ist, werden 30 Rp/30 kB verrechnet. Die Option ist nicht speziell für das Surfen, sondern allgemein für den Gebrauch des Handys im Ausland gedacht.

Orange dagegen hat spezielle Daten-Optionen für das Ausland lanciert. Orange rechnet bei der Option Travel Data Daily nach Nutzungstag ab. In Europa werden pro Nutzungstag 4 Franken verrechnet, inklusive sind jedoch nur 2 MB Datenvolumen. Jedes weitere MB kostet 2 Franken. 5 MB kämen also auf 10 Franken zu stehen und sind somit teurer als bei der Swisscom. Dafür wird die Option zumindest bei Mobile Me-Kunden automatisch aufgeschaltet und eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an. Bei einer höheren Nutzung kann der Kunde Travel Data Daily 10 MB oder gar 50 MB buchen für 10 bzw 25 Franken pro Tag buchen. Damit ist Orange bei höherem Datenverbrauch günstiger als die Swisscom. Möchte man mit der Swisscom-Option Flex an einem Tag 50 MB nutzen, kostet dies nach meinem Verständnis 44 Franken.

Bei Orange lassen sich auch Auslands-Datenpakete mit Monatsgebühren buchen (Travel Data). Für eine Monatsgebühr von 20 Franken gibt es 5 MB Datenvolumen. 50 MB kosten 100 Franken. Die Option Data Daily dürfte jedoch für die meisten Nutzer günstiger sein.

Sunrise kennt keine Abrechnung nach Tag, sondern nur nach Volumen. Mit der Option Global, die es für Abokunden für 9 Franken monatlich gibt, kostet das Surfen pro MB 4.40 Franken. 5 MB kämen somit bei Sunrise in Europa auf 22 Franken zu stehen – die Grundgebühr nicht mitgerechnet. Ohne Option kostet der Surfspass sogar 78 Franken.

Fazit:  Das Angebot von Sunrise ist noch viel zu teuer. Die Angebote von Orange und Swisscom sind etwas besser, wenn auch im Vergleich mit ausländischen Anbietern immer noch teuer. Die Deutsche Telekom zum Beispiel bietet ihren Kunden künftig Tagespakete mit 10 MB Daten für das Surfen im Ausland für 1.95 Euro an. 50 MB gibt es für 4.95 Euro. Und für 14,95 Euro gibt es eine Flatrate, die eine Woche gültig ist. Die kleine Einschränkung: Die Tarife gelten nur in Ländern, in denen die Telekom mit einer Tochtergesellschaft vertreten ist. Trotzdem, von solchen Tarifen können die Schweizer nur träumen.

Meine Wünsche an die Schweizer Telekom-Anbieter für 2011

Im vergangenen Jahr hat sich einiges bewegt im Schweizer Telekom-Markt. Am einschneidendsten war aber wohl, was nicht statt gefunden hat, nämlich die Fusion von Sunrise und Orange. Nach dem abschlägigen Weko-Entscheid haben sich beide Anbieter bemüht, mit attraktiven Angeboten Kunden zu gewinnen. Doch nicht alles, was die Anbieter auf den Markt bringen, macht die Kunden glücklich. Hier meine bescheidenen Wünsche für 2011.

Sunrise: Sunrise macht im Mobilfunk-Bereich vieles richtig und überzeugt mit guten Angeboten. Aber im Festnetzbereich ärgert mich die hohe Verbindungsaufbaugebühr. 12 Rappen bei Minutentarifen von 6 Rappen ist einfach viel zu viel. Mein Wunsch: Die Verbindungsaufbaugebühr muss weg, dann lieber etwas höhere Minutentarife.

Swisscom: Die Swisscom offeriert Mobilfunktelefonierenden günstige Stundentarife für Anrufe ins Festnetz und das Swisscom-Netz. Doch die Anrufe in andere Netze sind bei den meisten Abos einfach viel zu teuer. Da man sich nicht aussuchen kann, mit welchem Abo die Freunde telefonieren, bleibt Swisscom für mich unattraktiv. Mein Wunsch: Ansprechende Tarife in andere Netze.

Orange: Die Idee von Orange Me ist gut, ein Abo, genau für meine Bedürfnisse. Aber die Auswahlmöglichkeiten überzeugen mich nicht. Weshalb kann man ein Abo ohne SMS und Datenvolumen haben, aber nicht ohne Sprechzeit? Als Smartphone-Nutzerin telefoniere ich wenig, also will ich fürs Sprechen auch nicht 20 Franken zahlen. Mein Wunsch: Es sollte auch ein Abo ohne Sprech-Grundgebühr geben – von mir aus mit entsprechend etwas höherem Minutentarif.

Tablet-PC: Datenvolumen des Handyabos nutzen (Multi-SIM)

Ich habe bereits einmal über die Möglichkeit geschrieben, Tablet-PC’s wie das iPad mit einer Zusatzkarte zu einem bestehenden Datenabo zu nutzen.

Seither hat sich aber einiges getan, schliesslich kommen immer weitere Tablets auf den Markt und im Hinblick auf Weihnachten dürfte sich der eine oder andere die Frage stellen, ob sich die Anschaffung eines solchen Gerätes lohnt beziehungsweise wie hoch die monatlichen Zusatzkosten sind.

Nun, wenn man bereits ein Handy-Datenabo besitzt, kann man die Zusatzkosten in Grenzen halten. Zwar offerieren alle Anbieter spezielle Tablet-Tarife. Doch es gibt eine günstigere, kaum beworbene Möglichkeit: Eine zweite SIM-Karte mit der gleichen Nummer (Multi-SIM). Alle Anbieter kennen diese Option, und zwar sowohl für herkömmliche SIM-Karten als auch fürMicro-SIM-Karten (iPhone/iPad). Das Datenvolumen kann dann geteilt werden, das heisst, sowohl das Handy als auch der Tablet PC können darauf zugreifen. Dies lohnt sich insbesondere, wenn man sein Daten-Guthaben nie aufbraucht oder unbeschränktes Datenvolumen zur Verfügung hat.

Bei Swisscom und Orange hat man jedoch mit der Einschränkung zu leben, dass sich die Geräte nicht gleichzeitig nutzen lassen.  Dies ist kein Problem bei Tablets mit Telefonfunktion wie dem Samsung Galaxy Tab. Doch beim iPad ohne Telefon-Funktion bedeutet dies, dass man nicht erreichbar ist, während man den iPad nutzt.

Raffinierter erscheint mir da die Sunrise-Lösung. Die Datenoption ist  jeweils auf allen (bis zu fünf) Karten aktiv, man kann jedoch nur mit einem der Geräte telefonieren.

Die Kosten für die Zusatz-SIM-Karten sind deutlich tiefer als die speziellen Tablet-Tarife. So kostet eine zusätzliche SIM-Karte einmalig 40 Franken. Dazu kommen pro Monat

–          5 Franken bei Sunrise für das Angebot Multicard

–          9 Franken bei Orange für das Angebot Twin Card

–          10 Franken bei  Swisscom für das Angebot Zusatzkarte

Orange Me – wirklich günstiger?

Orange hat vergangene Woche ein neues Tarifmodell lanciert: OrangeMe. Viel einfacher und günstiger sei das neue Modell, bei dem Kunden sich ein Angebot nach Bedarf zusammenstellen können (Wahl der Anzahl Gesprächsminuten, SMS und Datenmenge).

Stöbert man in Blog-Kommentaren zu OrangeMe, sind die Reaktionen der Nutzer allerdings sehr zurückhaltend, zum Beispiel hier. So wird etwa bemängelt, dass die bisher kostenlos im Abo enthaltenen 3 Gratisnummern neu 10 Franken kosten. Oder dass nur keine Daten oder 1 GB gewählt werden können. Oder dass es nicht möglich ist, sich ein Abo ohne Gesprächsanteil „masszuschneidern“.

Beurteilen, ob sich das neue OrangeMe auszahlt, kann eigentlich nur, wer sein Handy-Nutzungs-Verhalten genau kennt. Dann lassen sich konkrete Vergleiche anstellen. Ich habe mal ein Beispiel eines eher bescheidenen Nutzers und eines Vielnutzers durchgerechnet, wenn ich Zeit finde, werde ich weitere Beispiele zusammenstellen.

Nutzer 1: Telefoniert pro Monat 1 Stunde, schreibt 100 SMS, nutzt 100 MB Datenvolumen

Kosten mit Orange Me: 33.50 Fr. für Gespräche, 11.50 Fr. für SMS, 10 Fr. für Daten, Option Mobile Internet Plus gibt 55 Franken.

Kosten mit Orange Me inkl. Option 3 Gratisnummern, wenn man annimmt, das die Hälfte der Anrufe auf Gratisnummern geht: 20 Fr. + 11.50 Fr. + 10 Fr + 10 Fr. für Option 3 Gratisnummern gibt 51.50 Franken

Kosten mit dem besten Sunrise-Angebot Zero 25: 21 Fr. für Gespräche, 10 Fr. für SMS, 7.50 Fr. für Daten, Option Sunrise Surf gibt 38.50 Franken (Grundgebühr von 25 Franken ist ein Guthaben)

Kompliziert wird es bei der Swisscom, weil die Kosten in die Netze unterschiedlich sind. Fürs Festnetz und das Swisscom-Netz gilt ein Stundentarif. Ich habe versucht das zu berücksichtigen mit der Annahme, dass 70 % der Anrufe ins Festnetz oder ins eigene Netz gehen und der durchschnittliche Anruf 2 Minuten dauert.

Kosten mit dem besten Swisscom-Angebot Swisscom Liberty Piccolo: Abopreis 25 Fr plus 27.30 Fr. für Gespräche, 18 Fr. für SMS, Daten 100 MB inklusive gibt 70.30 Franken.

In diesem Fall ist Swisscom klar am teuersten, Sunrise am günstigsten. Orange liegt in der Mitte, zumindest von der Swisscom hat man sich deutlich abgesetzt. Bezeichnenderweise ist es nicht eines der Surf-Abos von Sunrise, das am günstigsten ist. Ich bin überzeugt, dass die Zero-Angebote für sehr viele Leute in Kombination mit den Surf-Optionen von Sunrise die beste Wahl sind. Die speziellen Surf-Abos sind fast immer teurer.

Nun zum Vielnutzer:

Nutzer 2: Will unlimitiert telefonieren und SMS schreiben und unlimitiertes Datenvolumen

Orange Me: 120 Fr plus Internet Everywhere 49: 169 Franken

Sunrise Flat Relax: 125 Franken

Swisscom Natel Be Free: 169 Franken

Auch hier ist Sunrise am günstigsten, wobei man erwähnen muss, dass nur bei Orange auch Anrufe nach Europa und in die USA in der Flatrate enthalten sind.

Paradoxerweise hat übrigens „unlimitiert“ bei allen Grenzen hat.  So reduzieren  Sunrise und Swisscom  die Geschwindigkeit beim Überschreiten von 2 GB Datenverkehr, Orange ab 5 GB. Bei Orange gilt zudem für Gesprächsminuten und SMS eine Obergrenze von je 3000. Darüber hinausgehende Nutzung kostet.

Wie sind Eure Erfahrungen, lohnt sich bei Eurem Telefonieverhalten der Umstieg auf OrangeMe?

Mobiles Surfen mit Tagespauschale: Auch bei Swisscom ohne Grundgebühr

Sunrise hat mit der Aktion Take Away Basic ohne Grundgebühr offenbar Erfolg gehabt, die Aktion wurde jedenfalls bis vorerst 30. September  verlängert. Wer sich jetzt für Take Away Basic entscheidet, zahlt ein Leben lang keine Grundgebühr mehr, sondern nur noch 3.50 Franken pro Nutzungstag. Der Swisscom blieb nun nichts anderes übrig als nachzuziehen. Auch Natel data day gibt es derzeit ohne Grundgebühr. Trotzdem ist das Angebot weniger attraktiv als jenes von Sunrise. Der Nutzungstag kostet 4.50 Franken und die Grundgebühr entfällt nur für ein Jahr. Bei Orange gibt es ein Angebot ohne Grundgebühr (Everywhere Prepay), bei dem der Nutzungstag mit 5 Franken zu Buche schlägt und eines mit Grundgebühr von 10 Franken (Everywhere Day), bei dem der Nutzungstag 3.50 Franken kostet.

Fazit: Sunrise behält die Nase vorn – zumindest so lange die Aktion andauert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Sunrise in einem nächsten Schritt die Grundgebühr ganz abschafft.