Es scheint fast, als ob sich Sunrise meine (und auch die anderer) Kritik zu Herzen genommen hat. Ab 27. Mai gibt es neue Abos, die endlich auch  SMS und MMS enthalten. 15 Rappen wie bisher sind einfach viel zu teuer, vor allem wenn man weiss, dass Dienste wie WahtsApp kostenlose Nachrichten ermöglichen.

Das günstigste Flat-Abo, Sunflatat 1, ermöglicht weiterhin unlimitierte Anrufe in das Sunrise Mobilfunknetz, ein Datenvolumen in Höhe von 500MB  und neu beliebig viele SMS und MMS.

Wermutstropfen: Bisher kostete Sunflat1 mit Handy 40 Franken, neu sind es 45 Franken. Dafür ist Sunflat1 künftig auch ohne Handy erhältlich, für 30 Franken pro Monat.

Eine weitere Neuerungen: Es gibt drei Flatrate-Abos für die Schweiz und zwei für die Schweiz und das Ausland.  Sunflat2 und 4 sind ohne Handy gleich teuer wie bisher, mit Handy 5 bzw. 10 Franken teuer als bisher. Neu enthalten ist die SMS-Flat und bei Sunflat4 auch eine Internet-Flat (1GB). Sunflat3 gibt es nicht mehr. Auch Sunflat5 wurde gestrichen.

Sunflat 6 wurde ohne Abo gar 10 Franken günstiger. Neu geschaffen wird ab 21.6. Sunflat 7 mit Anrufen in alle Schweizer Netze, in 15 Länder bis 200 Minuten, einer Internet-Flat (1GB) und neu einer Roaming-Flat (100 MB). Allerdings ist dieses Abo mit 200 Franken monatlich sehr teuer.

Ebenfalls im Kern erhalten bleiben die Sunrise flex-Angebote. Neu ist hier ebenfalls, dass neben Daten und Inklusivminuten SMS enthalten sind (40 bei 40 Flex, 100 bei 100Flex, 250 bei 250 Flex). Auch hier wurden die Angebote mit Handy teils leicht teurer, ohne Handy dafür teils etwas günstiger.

Für all jene die häufig im Ausland sind zudem eine gute Nachricht: Das Datenroaming wird günstiger und kostet künftig in Europa noch 1 Franken pro MB. Heute sind es ohne Option 15 Franken.

Fazit: Sunrise hat endlich realisiert, dass zu einer Flat auch SMS gehören. Durch die Erhöhungen der Grundgebühren, wird es für die Kunden zwar nicht unbedingt günstiger, doch das Angebot ist etwas transparenter. Das ist zu begrüssen. Auch die deutliche Senkung der Datenroaming-Kosten ist für Kunden positiv. Dafür ist die so genannte Surfflat nicht viel wert, da bereits ab 1 GB die Bandbreite reduziert wird. Wer ausschliesslich mobiles Internet nutzt, kommt bei Sunrise nicht weit. Er muss wohl oder übel   die Option data flat4 buchen und so nochmals 4 GB dazugewinnen. Das verteuert das Abo um 30 Franken monatlich. Die Option kommt erst zum Tragen, wenn das Guthaben des Abos aufgebraucht ist.

Die neuen Abos gibt es für Neukunden oder bei einer Vertragsverlängerung. Die bisherigen Abos (auch Zero) sind weiterhin erhältlich und bleiben für viele Nutzer auch weiterhin günstiger.

Was haltet Ihr von den neuen Abos?

Übrigens, da ich noch keinen Link zu den neuen Tarifen gefunden habe, habe ich die Preisübersicht als Bild eingefügt, sobald ein Link verfügbar ist, liefere ich ihn nach.

Die Telecom-Anbieter versuchen Tablet-Nutzer mit teuren Spezial-Abos an sich zu binden. So empfiehlt Orange Nutzern des Apple-Tablets Internet Everywhere für iPad – für 29 Franken gibt es zum Beispiel 1 GB Datenvolumen. Dabei könnten Tablet-Nutzer problemlos OrangeMe (ohne subventioniertes Gerät) nutzen: für 15 Franken monatlich gibt es ebenfalls 1 GB. Doch selbst diese Variante ist nicht nötig, wenn man bereits ein Handyabo mit ausreichend Datenvolumen besitzt. Es gibt zwei Möglichkeiten das Datenvolumen des Handyabos mit geringen oder gar ohne Mehrkosten zu nutzen:

Sunrise-Kunden können sich für 5 Franken pro Monat zusätzliche SIM-Karten mit gleicher Nummer kaufen. Damit lässt sich das Guthaben des Handyabos mitnutzen. Bis zu fünf Geräte können gleichzeitig aktiv sein, telefonieren lässt sich jedoch jeweils nur mit einem. Swisscom und Orange bieten Multi-SIM unter dem Titel «Zusatzkarte» für 10 Franken sowie «Twin Card» für 9 Franken monatlich an. Nachteil: Die Geräte lassen sich nicht gleichzeitig nutzen.  (Darüber habe ich früher schon berichtet).

Noch günstiger lässt sich das Datenvolumen des Mobiltelefons  mittels Tethering anzapfen. Das bedeutet,  dass man das Smartphone mit einem Tablet oder Laptop verbindet und diesem so eine Internetverbindung ermöglicht. Das Mobiltelefon übernimmt dann die Rolle eines Modems. Die Vorgehensweise ist je nach Smartphone unterschiedlich. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen zu den wichtigsten Geräten. Hier zum Beispiel für das iPhone: youtube-Video.

Mit «Tethering» kann man selbst Tablets, die nur über WLAN verfügen, zum Surfen unterwegs nutzen. Orange und Swisscom geben an, Tethering stehe ohne Zusatzkosten und Einschränkungen zur Verfügung. Anders Sunrise: Laut Allgemeinen Geschäftsbedingungen ist Tethering verboten. Die Nachfrage nach den Konsequenzen blieb jedoch ohne Antwort. Es hiess lediglich Sunrise habe diese Einschränkung vorgenommen, da sie die Qualität beim Tethering nicht gewährleisten könne. Ich weiss jedoch von Abonennten, die dies trotzdem ohne Probleme nutzen.

Jugendliche sind bei den Telco-Anbieter als Kunden heiss umworben. Die Angebote für unter 26-Jährige sind attraktiv. Gerade hat die Swisscom ihre Abos für Jugendliche angepasst. So gibt es für 15 Franken für Einsteiger unter dem Namen Natel xtra S neu 100 MB Datenvolumen und 600 Gratis-SMS. Bislang kostete das Ansteiger-Angebot 19 Franken, Datenvolumen war keines inklusive.

Natel xtra M bietet für 35 Franken gar 1 GB Datenvolumen und 1500 Gratis-SMS, Natel xtra L für 45 Franken 1,5 GB sowie 2000 Gratis SMS. Wermutstropfen sind die Stundentarife. Kurze Anrufe sind unnötig teuer. Selbst ein einminütiger Anruf kostet je nach Abo zwischen 70 und 90 Rappen pro Minute. Bei Natel xtra L sind Anrufe ind Swisscom Mobil- und Festnetz inklusive. Das Telefonieren ist mit Natel xtra M und xtra S etwas teurer geworden als mit den Vorgänger-Abos, weil keine bzw. weniger Gratisminuten inklusive sind.

Zum Vergleich: Die Sunrise Mobilabos für junge Leute unter 26 Jahren heissen MTV Mobile. Das Einsteigerangebot now bietet klar weniger: Für 15 Franken gibt es 100 Gratis-SMS, eine Gesprächsminute kostet 45 Rappen in jedes Netz, Datenvolumen ist nicht enthalten. Attraktiver ist das Angebot next: Für 29 Franken sind alle SMS gratis, surfen ist unbeschränkt inklusive (allerdings wird ab 500 MB die Geschwindigkeit reduziert) und Anrufe ins Sunrise-Mobil-Netz sind gratis.

Auch Orange führt Young-Abos für alle unter 27 Jahren. Für 10 Franken gibt es kostenlose Anrufe ins Orangenetz und das Schweizer Festnetz sowie unbeschränkt Gratis-SMS. Für 25 Franken ist zusätzlich 1 GB Datenvolumen enthalten. Ein sehr gutes Angebot – preislich wohl das beste für junge Leute.

Da wird man als ältere Nutzerin doch gleich ein wenig neidisch. Eine Kollegin hat mich jedoch darauf hingewiesen, dass Eltern die Abos für ihre Kinder lösen können – ein Mindestalter ist nicht ersichtlich. Der Elternteil ist dann Eigner des Abos, das Kind Nutzer. Die Kollegin nutzt das Abo (Sunrise) jedoch selbst. Ob das Kind oder der Eigner das Abo verwendet, können die Anbieter schwerlich überprüfen. Die Swisscom schreibt als einzige Anbieterin in den Bedingungen: “Der Kunde darf diese Abos nicht Dritten zur Benutzung überlassen.”

Übrigens: Werden die Jugendliche Erwachsen, also älter als 26 bzw 27 Jahre, wandeln die Anbieter die Abos automatisch in  ordentliche Abos zu den üblichen Kondition um.

Sunrise hat im Rahmen der Einführung von Sunrise TV die Funktion Comeback TV stark beworben. Das unterscheide Sunrise TV von der Konkurrenz. Comback TV ermöglicht es einem, 40 Sender auszuwählen, auf denen man Verpasstes bis 28 Stunden später nochmals anschauen kann. Diese Funktion erhalten im ersten Jahr alle Kunden gratis. Kaum kommuniziert wurde, dass dies nicht so bleibt. Auch nach Ablauf des Jahres können Kunden Comback TV nutzen. Allerdings nur während 10 Tagen pro Monat. Wer mehr will, muss eine Option (wieder mal…) kaufen für 10 Franken im Monat.

Ob dies dann wirklich so sein wird, bezweifle ich ein wenig. Denn bis spätestens Mitte Jahr führt auch Swisscom diese Funktion ein und zwar für 70 Sender und kostenlos. Verfügbar ist das Swisscom Angebot für Swisscom TV plus-Kunden. Ob Sunrise unter dem Konkurrenzdruck kostenpflichtig bleiben kann, wird sich zeigen. Ich fürchte ohnehin, dass das Angebot reichlich spät kommt. Die Konkurrenten konnten sich längst etablieren und auch bezüglich Preis ist Sunrise nicht im Vorteil. Das vergleichbare Paket Vivo Casa **** von Swisscom kostet gleich viel, nämlich 125 Franken, das Power Combi der upc-Calecom ist für 127.20 Franken zu haben. Unterschiede gibt es bei diesen Paketen bezüglich Telefonie und Internet. Upc-Cablecom hat bei der Internetgeschwindigkeit (100 Mbit/s) die Nase vorn (20 Mbit/s bei Sunrise und Swisscom), dafür gibt es bei Sunrise und Swisscom zusätzliche Rabatte für Handykunden. Eine kleine Übersicht lässt sich hier anschauen.

Ergänzung Mai 2012: Ab Juni ist ComeBack TV gemäss Sunrise neu unbeschränkt gratis im Paket Sunrise TV Set comfort enthalten. Beim Einsteigerpaket Sunrise TV Set start sind weiterhin fünf Sendungen pro Montag inbegriffen. Kunden, die sich für Sunrise TV Set start entschieden haben und ComeBack TV für mehr als fünf Sendungen pro Monat nutzen möchten, können die entsprechende Option für CHF 10.- pro Monat t am Fernseher im Menu buchen. Zudem sagt Sunrise, die Zahl der verfügbaren Stunden werde bald von 28 auf 30 erhöht.

Man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass in den nächsten Tagen einige Kunden verwirrt sein werden wegen ihrer Sunrise-Rechnung. Sunrise hat nämlich die Rechnung umgestaltet. Manches ist dabei besser geworden, zum Beispiel gilt für alle Produkte die gleiche Abrechnungsperiode nach Kalendermonat und alle Beträge werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen.

Aber leider hat Sunrise auch einekundenunfreundliche Änderungen gemacht.  Insbesondere die Verkürzung der Zahlungsfrist. Schon bisher betrug die Frist lediglich rund 3 Wochen. Neu sollen alle Rechnungen um Mitte Monat beim Kunden sein  – bezahlt werden müssen sie bis Ende Monat. Also knapp 14 Tage. Ich weiss nicht, wie lange es allenfalls noch dauert, bis die Rechnungen tatsächlich ausgeliefert werden. Gut möglich, dass zum Schluss nur noch eine Woche Zeit zum Zahlen bleibt. Und wer diese Frist verpasst, muss laut AGB mit Folgenem rechnen: “Kommt der Kunde seiner Zahlungspflicht nicht innert der Zahlungsfrist nach,  so gerät er nach Ablauf dieser Frist ohne weitere Mahnung in Verzug und hat Verzugszinsen von 6 Prozent zu bezahlen. Sunrise ist berechtigt, pro Mahnung mindestens 30 Franken in Rechnung zu stellen, weitere Gebühren bleiben vorbehalten.”

Das finde ich happig. Kommt hinzu, dass neu auch Mobilfunkkunden die Monatsgebühr jeweils für den laufenden Monat bezahlen – die Gesprächsgebühren dagegen folgen jeweils auf der nächsten Rechnung. Dies dürfte zumindest in der Umstellungsphase für einige Verwirrung und teils höhere Rechnungen sorgen. Infos zur neuen Rechnung gibt es hier. Unter “Die Umstellung im Überblick” kann man im Detail sehen, welche Auswirkungen die Umstellung in den nächsten Monaten hat.

Sunrise hat neue Datenpläne ohne Vertragsbindung für iPad-Nutzer lanciert. Unter dem Namen Take Away Prepaid Dayflat  lässt sich für 5 Franken pro Tag surfen. Speziell für das iPad gibt es zudem Surf-Optionen  mit einer monatlichen Grundgebühr und Inklusiv-Datenvolumen -  wohl in Anlehnung an das Angebot Natel Data Easy Flex der Swisscom. Für 15 Franken gibt es bei Sunrise 500 MB, für 19 Franken 1GB Daten. Bei der Swisscom dagegen sind für 19 Franken nur gerade 300 MB, für 39 Franken 2 GB inbegriffen.

Was einige Nutzer verwirrt: Anders als bei sonstigem Prepaid-Guthaben steht das gekaufte Datenguthaben nur während 30 Tagen zur Verfügung, danach verfällt es und die Option wird automatisch erneut berechnet. Deshalb bringt es nichts, Datenvolumen auf Vorrat zu kaufen. Man sollte nur jene Datenmenge “bestellen”, die man realistischerweise braucht. Oder anders gesagt: Wenn man mal einen Monat nicht online gehen will, sollte man die Option stoppen.

Bei Sunrise ist dies möglich mittels einer Kurzmitteilung mit dem Inhalt “Text 500MB STOP” bzw “Text 1GB STOP”an die Nummer 5522.

Bald ist 2011 Geschichte, Zeit für einen Blick zurück – und in die Zukunft. Aus meiner Sicht war das Telecom-Jahr insbesondere im Mobilfunkbereich geprägt von versteckten Preiserhöhungen, inbesondere für Wenignutzer. Neue Abos wurden zwar stets als vorteilhaft verkauft, waren es aber selten. Bei Sunrise fiel das Zero-Abo weg und gleichzeitig wurden SMS teurer. Orange strich bei OrangeMe die unlimitierten Anrufe in die Auslandzone3 und schaffte ältere Preispläne ab und bei Swisscom wurden Anrufe in Fremdnetze teurer.

Der meistgelesene Artikel dieses Blogs befasste sich mit dem Swisscom-Angebot DSL ohne Festnetz, ebenfalls beliebt waren die Artikel zur Möglichkeit, das Prepaid-Angebot SunriseGo Classic anstelle von SunriseGo Dayflat zu nutzen.

Nun aber zu meinen Wünschen für 2012:

In meinen Augen braucht es von allen Anbietern attraktivere, sprich günstigere Angebote für Wenignutzer. Prepaid-Angebote sind sicher eine Alternative, aber meist fehlt dazu ein attraktives Angebot für das mobile Surfen. Bei den Abos dagegen sind die Grundgebühren oft schon so hoch, dass sie für Wenignutzer einfach nicht in Frage kommen. Eigentlich habe ich das Gefühl, dass es sich um eine relativ grosse Nutzergruppe handelt. Aber eben, wenn man solche Angebote einfach nicht macht, sind diese Nutzer halt gezwungen, teure Abos zu buchen, die sie nicht ausreizen können.

Für das mobile Surfen mit Tablets gibt es  kaum faire Tarife für Wenignutzer. Entweder man zahlt gleich eine Flatrate, oder aber ein Abo mit einer Monatsgebühr und einer Tagesnutzungs-Gebühr. Da fast alle Tablet-Nutzer auch ein Smartphone haben, wäre es doch sinnvoll, Kombi-Abos anzubieten mit einem Inklusiv-Datenvolumen, das man über beide Geräte abrufen kann. Technisch ist dies schon möglich, aber es wird natürlich nicht offiziell angeboten.

Und schliesslich noch ein Wunsch an Sunrise: Offenbar hat man den Netzausbau sträflich vernachlässigt. Kunden goutieren dies nicht, dies hat Orange schon erlebt, zahlreiche Kunden sind, wohl nicht zuletzt wegen des oft mangelhaften Netzes, in den letzten Jahren abgesprungen. Orange hat reagiert und sich verbessert. Sunrise sollte dies dringend auch tun.

Und zum Schluss: Allen Leserinnen und Leser wünsche ich von Herzen einen guten Rutsch ins Jahr 2012. Danke für die Treue.